Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLIX/ 98

Raum und Orient Glossar ::: zum Glossareintrag  Orient; diese Selektion ergibt sich aus der Tatsache, daß es fürdie in Rede stehenden Gebiete keine eigenen Wissenschaftsgesellschaftengibt wie Vereinigung der Afrikanisten oder die Karibikgesellschaft und dieeuropäische Ozeanistenvereinigung. So muß auf der Ethnologentagung eineGesprächs- und Informationsbasis geschaffen werden.

Für das Gelingen eines Kongresses ist es neben der thematischen Schwer-punktsetzung und der regionalen Streuung der konkreten Fallbeispiele auchwichtig, genügend Zeit für das kollegiale Gespräch, persönliche Kontakteund über die Fachinteressen hinausgehende Kommunikation einzuräumen.Dies gelang bei der Tagung durch ein ausgeprägtes Rahmenprogramm wieeine Begrüßung in der Mensa durch das Institut für Völkerkunde, derBesichtigung der Schausammlungen im Museum für Völkerkunde in Ver-bindung mit einem Indonesischen Essen und einem Empfang in den Wap-pensälen des Wiener Rathauses, gegeben durch den Bürgermeister derBundeshauptstadt Dr. Michael Häupl, der den gesellschaftlichen Höhepunktder Tagung bildete.

Zusammenfassend kann man festhalten, daß die Wiener Tagung derEthnologinnen und Ethnologen sich nicht nur als eine Standortbestimmungdes Faches etablierte, sondern neue Perspektiven der Sozial- und Kulturan-thropologie bot und damit auf inhaltlich hohem Niveau ein Fenster in dieZukunft der Ethnologie als Forschungs-, Hochschul- und gesellschaftspoli-tisches Fach eröffnete.

Karl R. Wernhart

Bericht über den 7. Österreichischen Museumstag in Kärntenvom 14. bis 16. September 1995

Der Österreichische Museumstag hat sich als Informationsaustauschbör-se für Museumsmitarbeiter aller Fachrichtungen in den sieben Jahren seinerExistenz fest etabliert. Er ist für die Mitarbeiter der großen Häuser( Bundes-und Landesmuseen) gleichermaßen gedacht wie für Stadt-, Bezirks- undRegionalmuseen und steht besonders auch den vielen engagierten, meistehrenamtlich tätigen Kustoden kleiner Vereins- und Privatmuseen offen. Fürsie ist dies oft die einzige Möglichkeit, sich örtlich, zeitlich und inhaltlichkonzentriert über neue Trends auf dem Museumssektor zu informieren.

Die breit gestreute Interessenslage der anzusprechenden potentiellenTagungsteilnehmer macht die Programmgestaltung für die jeweiligen Ver-anstalter nicht gerade leicht. Das Angebot für den 7. ÖsterreichischenMuseumstag dürfte demgemäß gestimmt haben, denn die Tagung war sehrgut besucht und die erstmals verwirklichte Idee, das Kulturangebot des