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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLIX/ 98
Als Ergebnis wichtig und überzeugend bleibt, was Tulinius als ,, narrato-logie" untersucht und darstellt. Hier geht es um den Erzähl- Habitus undseine Funktion. So werden dann einzelne Kapitel wie ,, La littératurecomme expression d'une idéologie" besonders interessant und auf-
schlußreich( S. 38.)
Man erfährt aus gut informierter Quelle sehr viel über den Ursprungeinzelner isländischer Sagas und ihre soziologische Basis. Ebenso werdenAspekte des Religionswissenschaftlichen aufgedeckt.
Den Einzeluntersuchungen der verschiedenen Sagas kann hier nicht nach-gegangen werden, doch ergibt die Lektüre des Bandes unter anderem wert-volle Aufschlüsse über die Völsunga saga. Hilfreich erweist sich dabei imAnhang auch die Reihe von Résumés der einzelnen Sagas.
Eine Bibliographie von 20 Seiten rundet das reichhaltige Bild ab, das sichnicht auf Literarisches beschränkt, sondern auch einen Eindruck von derRegion und ihrer historischen Situation bietet.
Felix Karlinger
SKOWRONSKI, Monika, Marina MARINESCU, Die ,, Volksbücher"Bertoldo und Syntipas in Südosteuropa. Ein Beitrag zur Kulturvermittlungin Griechenland und Bulgarien vom 17. bis 20. Jahrhundert. Frankfurt amMain etc., Peter Lang, 1992( Arbeiten und Bibliographien zum Buch- undBibliothekswesen, hg. von H. Röhling, Bd. 10). 511 Seiten, 12 Abb. auf Taf.,23 Tab., 6 Abb., 28 Abb. von Textauszügen.
Die umfassende Monographie ist Produkt eines DFG- Forschungsprojekts,, Südosteuropäische Popularliteratur im 19. und 20. Jahrhundert“, das vomMünchner Institut für Deutsche und Vergleichende Volkskunde im Zeitraumvon 1984- 1990 durchgeführt wurde und auch zum Sammelband KlausRoth( Hg.), Südosteuropäische Popularliteratur im 19. und 20. Jahrhundert,München 1993, geführt hat. Anhand von zwei Beispielen, die Volksbücher,, Syntipas“ und ,, Bertoldo“, wird mit komparativer Methodik und kulturhi-storischer Einrahmung die Volksbuchproduktion,-distribution und-rezepti-on auf der Balkanhalbinsel seit den Venezianischen Volksbuchdrucken skiz-ziert. Die Kapitel ,, Vorgeschichte des, Bertoldo“( S. 45 – 67) und„ ,, Bertol-do' und, Syntipas' als griechische Volksbücher vom 17. bis 20. Jahrhundert"( S. 85 142) sowie ,, Der bulgarische, Bertoldo“( S. 215-243) stammenaus der Feder von Marina Marinescu, alles übrige mit Einleitung, Zusam-menfassung und Register von Monika Skowronski. Was den„, Bertoldo"betrifft, so stellt die Monographie eine präzisierende, weiterführende undkomparative Zusammenhänge herstellende Fortsetzung der griechischen