Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
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1995, Heft 3

Literatur der Volkskunde

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aller dieser Objekte müsse sich dabei auch der Tatsache bewußt sein, daß eshier um eine ständige Obsorge und Betreuung derartiger Bauten und Objektequasi vom Keller bis zum Dach gehe." Aus solch kooperativem Gemein-schaftsgeist entstand eine Informationspublikation, die auch außerhalb Slo-weniens für jeden Interessierten hilfreich genannt werden muß.

Oskar Moser

ČOP, Jaka, Tone CEVC, Slovenski kozolec/ Slovene Hay- rack(= Knjižnazbirka: Pot kulturne dediščine). Žirovnica, AGENS, 1993, 240 Seiten mitFotos, Zeichnungen.

Die in den Südalpengebieten unterschiedlich verbreiteten und permanenterrichteten Gerüstbauten zum Trocknen von Futter und Feldfrucht werdenmeist als ,, Har( p) fen ,,, Kösen oder, Histen bezeichnet. Deren besonde-re Häufigkeit und Vielfalt ist schon fremden Reisenden und Agronomen des18. Jahrhunderts vor allem auf dem Gebiet der heutigen Republik Slowenienaufgefallen. Manche Aufklärer unter ihnen glaubten gar, sie dort wegen derallzu reich verbauten Feldfluren beanstanden zu müssen. Ja, es kam sogarderentwegen zu einem kaiserlichen Patent um 1786, das verfügte, daß solchepermanente Trocken- Gerüstbauten wegen ihrer besonderen Feuersgefahr indicht verbauten Ortschaften abgeschafft und vor denselben gesammelt undneu errichtet werden mußten. Manche Dörfer und sogar Städte wie etwaBleiburg( Kärnten) lassen diese zentraldirigistische Anordnung heute nocherkennen.

In Slowenien hat nun bereits im Jahre 1931 der bekannte Geograph AntonMelik diesen Wirtschaftsgebäuden eine grundlegende, monographische Un-tersuchung gewidmet( Kozolec na Slovenskem[ Razprave 10/1]. Ljubljana1931). Seither gilt die Getreideharfe, slowenisch ,, kozolec", zunehmend alsein architektonisches Wahrzeichen slowenischer Hauslandschaften, mit demsich immer wieder Historiker, Sprachforscher, Architekten und namentlichEthnologen dieses Landes intensiv beschäftigt haben. In die Reihe dieserDarstellungen der slowenischen Forschung stellt sich letztlich auch dervorliegende, hübsch ausgestattete Band als neueste Veröffentlichung.

Eigentlich ist es ein Bildband mit über 170 ganzseitigen Fotos des ausJesenice in Oberkrain stammenden Berg- und Landschaftsfotografen JakaČop. Seine reiche Bilderfolge hat indessen Tone Cevc vom Inštitut zaslovensko narodopisje am Forschungszentrum der Slowenischen Akademieder Wissenschaften und Künste( ZRC SAZU) in Ljubljana zusammenge-stellt und mit Umsicht kommentiert( mit wörtlichem englischem Paralleltextübrigens). Cevc hat sich als volkskundlicher Hausbauforscher mehrfach