Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
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Literatur der Volkskunde

ÖZV XLIX/ 98

BATIČ, Jerneja( Ed.), Po poteh ljudskega stavbarstva Slovenije/ In theFootsteps of Vernacular Architecture in Slovenia. Hg. v. Kulturministeriumund Staatlichen Denkmalamt der Republik Slowenien, Ljubljana 1994, 117Seiten, reich illustriert, Pläne, Karten.

Das ansprechend gestaltete, handliche Schmalfolio ist eigentlich eineInformations- und Werbeschrift der Denkmalbehörden Sloweniens zumAnlaß des Denkmaljahres 1994 für den, Council of Europe. Beachtens-wert. ja fast beneidenswert dabei Interesse und Unterstützung auch derForschung durch Ministerium und zentrales Denkmalamt. Die Schrift ist mitzahlreichen trefflichen Farbfotos, Plänen und Übersichtskarten zu sechsverschiedenen Regionen des Landes ausgestattet und enthält die Darstellun-gen von 43 Objekten. Sie bietet dazu eine erste und erfreulich fundierteInformation über den ländlichen Hausbau und seine ungewöhnlich reicheVielfalt zwischen alpinen, mediterranen und pannonischen Wohnweisen undHausformen des Landes.

Dargestellt sind dazu drei im Ausbau befindliche Freilichtmuseen regio-naler Art( Salinenmuseum Sečovlje bei Koper, Bauernhausmuseen Apnenikund Rogatec), zahlreiche bäuerliche Objekte aus ganz Slowenien, aber auchArbeiter- und Werkswohnungen( Idria, Trbovlje). Vor allem die ausführlichbeschriebenen Bauern- und Kleinbauernhäuser zeigen die ganze Vielfalt undden kulturlandschaftlichen Reichtum Sloweniens, angefangen von den ty-pisch küstenländischen Hausdenkmälern bis zu den letzten Rauchstuben-häusern im Mieẞtal und unteren Draugebiet am Bacherngebirge, zu den sehrurtümlichen Hirtenhütten der Trenta( Julische Alpen) und den Almhüttender Velika planina; man findet aber auch die hübschen Bauernhäuser Ober-krains und Innerkrains sowie landwirtschaftliche Nebengebäude wie Guts-hof- Speicher und die typischen Getreideharpfen( kozolci) Sloweniens. Be-sonders zu nennen wären noch Objekte wie der bedeutende Tautscharhof zuVisoko in der Poljanska dolina mit seinem stattlichen, aus dem Barockstammenden Wohnhaus in feiner Biedermeierfassade.

Wie hier sehr deutlich gezeigt wird, stehen die offiziellen DenkmalstellenSloweniens zusammen mit dem dortigen Kulturministerium in einem erfreu-lich engen Kontakt auch mit der wissenschaftlichen Volkskunde und Haus-forschung, deren lokale Vertreter da eine lange Liste abgeben und wozuZvezdana Koželj( Zavod Republike Slovenije za varstvo naravne in kulturnedediščine, Ljubljana) einleitend richtig bemerkt: Die vernakuläre Archi-tektur spielt heute noch eine wesentliche Rolle und ist für die Landeskultureine lebendige Grundlage. Sie steht andererseits aber auch stark unter demEinfluß ihrer Umwelt. Daher bedarf es gerade bei ihr einer besonderenObsorge und laufender Erforschung, namentlich in der heutigen Wirtschaftund besonders auch hinsichtlich ihrer Innengestaltung. Die Denkmalpflege