Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV XLIX/ 98

im Banat und in Teilen Siebenbürgens mit den dunkler gehaltenen Sticke-reien harmonieren.

Holz ist auch das Grundmaterial für die Herstellung von Gebrauchsge-genständen. Die Ritz- und Kerbverzierungen an den Spinnrocken, Spann-stücken der Webstühle, Kassetten und Käseformen machen diese Gegenstän-de zu dekorativen Erzeugnissen der Volkskunst.

Die keramischen Produkte weisen eine Entwicklung von neolithischerZeit bis in die Gegenwart auf. Die Zentren liegen im Bergland; zahlreicheDörfer produzieren Schüsseln, Töpfe, Krüge, Kannen für den Haushalt undals Dekorationsstücke. Typisch sind die Pfeifchen als Geschenke und Kin-derspielzeug. Auch hier werden geometrische Muster bevorzugt, selbstwenn für manche Gegenden Blumenmotive charakteristisch sind.

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Dies gilt auch für die im Haus verwendeten Textilien aus Hanf, Flachs,Wolle und Baumwolle. Die selbstgewebten Teppiche dienen als Bett- undTischdecken sowie als Wandbehang und sind wieder vor allem mit geo-metrischen Mustern sehr charakteristisch auch in den Farben für dieverschiedenen Regionen.

Unterschiedlich in Zahl und Machart sind auch die aus Wolle gewebtenSchürzen der Frauentrachten in den Regionen, während sich die Hemdenmehr in Farbe und Ornament unterscheiden. Die Männertracht, bestehendaus Hemd, Gürtel und Hose, gewinnt ebenso wie die Frauentrachten durchMäntel aus Tuch oder Pelz an Wert und Attraktivität.

Das ,, ASTRA"-Museum Sibiu unterhält Kontakte zu zahlreichen,, Volkskünstlern" im ganzen Land, die die traditionellen Herstellungswei-sen noch beherrschen, und ist so in der Lage, seinen Besuchern auchzeitgenössische Werke der Volkskunst anzubieten.

Corneliu Bucur

ICOM Generalkonferenz in Stavanger/ Norwegen29. Juni bis 7. Juli 1995

Gewöhnlich finden die Generalkonferenzen des Internationalen Mu-seumsrates ICOM, welche als wichtigstes operatives Instrument der Orga-nisation gelten dürfen, im Dreijahresrhythmus in den Metropolen der Weltstatt, welche über ein dementsprechendes( hoch) kulturelles Umfeld verfü-gen, in den letzten beiden Jahrzehnten etwa in London, Moskau, MexicoCity, Buenos Aires, Den Haag. Der Entscheidung von ICOM- Paris, dieGeneralversammlung 1995 in Stavanger/ Norwegen abzuhalten- der viert-größten Stadt Norwegens( 104.000 Einwohner), in der Vergangenheit be-kannt durch den Heringfang und an die siebzig Fischkonservenfabriken,