Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
323
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1995, Heft 3

Chronik der Volkskunde

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Sowohl die gute Stimmung bei der Eröffnungsfeier als auch die bislanggemeldeten Besucherzahlen beweisen, daß die heurige Sonderausstellungwieder einmal gelungen und sehr erfolgreich ist.

Klaus Gottschall

Holzschnitzkunst in der Südslowakei

Sonderausstellung des Donauländischen Museums Komorn imEthnographischen Museum Schloß Kittsee, Juli bis Oktober 1995

Am 1. Oktober 1991 wurde am Podunajské múzeum Komárno/ DunaMenti Múzeum Komárom/ Donauländisches Museum in Komorn eine Un-garische Nationalitätenabteilung mit gesamtstaatlicher Zuständigkeit ge-gründet. Ihre Aufgabe besteht darin, die Kultur der mehr als eine halbeMillion Ungarn in der Slowakei zu erforschen und zu dokumentieren sowieein zukünftiges ungarisches Nationalitätenmuseum in der Slowakei zu grün-den. Bereits jetzt erfüllt die Nationalitätenabteilung publizistische Aufga-ben: Sie gibt das Jahrbuch ,, Acta Museologica" sowie weitere themen- undlokalorientierte Serien heraus. Zu ihren organisatorischen Tätigkeiten gehörtdie Veranstaltung von internationalen Konferenzen sowie von Ausstellun-gen.

Die bislang erfolgreichste Ausstellung ist eine Wanderausstellung mitObjekten aus verschiedenen südslowakischen Museen, die einen Einblick indie Holzschnitzkunst der von Ungarn bewohnten Gebiete vermittelt. Berei-chert wird die Auswahl von über hundert Holzschnitzereien durch Doku-mentationsphotos des Budapester Photographen Kútvölgyi Mihály, die eram Originalstandort aufgenommen hat.

Die ungarische Volksgruppe lebt im südlichen, an Ungarn grenzendenTeil der Slowakei. Dieses Gebiet teilt sich in mehr oder weniger unterschied-liche Kulturregionen. Der südliche Teil der Westslowakei, das Gebiet derKleinen Ungarischen Tiefebene( Podunajská nížina), bildet mit der Schüt-tinsel und dem Matthiasland in kultureller Hinsicht eine Übergangszonezwischen der pannonischen Tiefebene und den Karpaten. Im Südteil derMittelslowakei leben die Palozen. Diese Volksgruppe im nördlichsten, ge-birgigen Teil des ungarischen Sprachgebietes wird durch eine Kultur mitsehr typischen Merkmalen charakterisiert und steht in enger Wechselwir-kung mit der slowakischen Volkskultur. Die ungarischen Gebiete der Osts-lowakei korrespondieren wieder mit der Kultur der Großen UngarischenTiefebene.

Den mit der Natur eng zusammenlebenden Menschen bot sich das Holzals bearbeitbarer Rohstoff von selbst an. Aus Holz bauten sie nicht nur ihre