1995, Heft 3
Chronik der Volkskunde
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darstellenden Kunst- einer wissenschaftlichen Beschreibung zur Verfügungstehen.
Die Aufführungen machten einerseits deutlich, daß Eile geboten ist, diesetradierten Formen zu dokumentieren, andererseits es auch Bestrebungengibt, diese Formen wiederzuentdecken und für ein zeitgenössisches Puppen-theater zu gewinnen.
Das Wiener Symposium und seine Ergebnisse können als ein wichtigerBeitrag gelten für die Verständigung über und den Austausch von jüngstenForschungsergebnissen. Es unterstrich, wenn auch im Moment nur hypothe-tisch, weil geschlußfolgert, aus den Untersuchungen zu italienischen, unga-rischen, französischen und vor allem böhmischen und deutschen Spielwei-sen, den Stellenwert des österreichischen Puppentheaters als einen Schnitt-punkt der europäischen Theatertradition in der Neuzeit. Damit wurde dieNotwendigkeit für kulturraumübergreifende Forschungsaufträge unterstri-chen. Es ist insbesondere die Absicht der anwesenden österreichischen,deutschen und slowakischen Wissenschaftler und Puppenspieler, zukünftigenger zusammenzuarbeiten, um das mitteleuropäische Puppentheater stärkerin seinen inneren Wechselbeziehungen zu untersuchen.
Der Veranstalter, der Kultur- und Museumsverein ,, Freunde des Puppen-spiels", sieht die Veröffentlichung der Symposiumsbeiträge in einer geeig-neten Form vor. Er wird zukünftig gleichfalls gemeinsam mit der UNIMA-Österreich weitere Forschungsaufträge initiieren.
Olaf Bernstengel
Schmuck
Filigrane Kunst aus Gold- und Silberfäden
Die Sonderausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde imSchloßmuseum Gobelsburg 1995/96
Am 20. Mai war es wieder einmal soweit: Um 15 Uhr wurde von OR Dr.Franz Grieshofer die von OR Dr. Gudrun Hempel konzipierte und gestalteteSonderausstellung ,, Schmuck“ eröffnet. Da kurze Zeit zuvor im Haupthausdes Österreichischen Museums für Volkskunde, in der Laudongasse, dieSonderausstellung ,, Der eiserne Faden“ eröffnet worden war, lag natürlichder Bezug hiezu nahe. Handelt es sich im letzteren Fall um Arbeiten ausEisendraht, so bietet die Gobelsburger Ausstellung Einblick in das weiteGebiet der filigranen Schmuckarbeiten.
Hiebei ist zu betonen, daß filigraner Schmuck nicht allein als am Körpergetragener Schmuck zu verstehen ist, sondern auch als Zierde im weitestenSinn des Wortes. Die Kapiteleinteilung des Kataloges mag dies zeigen: