Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
Seite
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1995, Heft 3

Chronik der Volkskunde

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Da es zum Punkt Allfälliges keine Wortmeldungen gab, schloß PräsidentBeitl um 18.00 Uhr mit dem Dank an alle Erschienenen die Generalversamm-lung, um nach einer kurzen Pause den diesjährigen Festvortragenden, HerrnUniv. Prof. Dr. Justin Stagl von der Universität Salzburg, herzlich zu begrüßen.Univ. Prof. Dr. Justin Stagl referierte über Leopold Graf Berchtold,Josephiner und Sozialforscher".

Wie in den Jahren zuvor lud der Präsident nach dem Vortrag zu einemkleinen Empfang, der wieder von dem bewährten Frauenteam unseres Ver-eins vorbereitet worden war.

OR Dr. Franz Grieshofer

( Generalsekretär)

Österreichische Volkskundetagung 1995vom 12. bis 15. Juni in Wien

,, Totgesagte leben lang". Auch auf wissenschaftlichen Konventen fallenzuweilen Volksweisheiten, und die hier zitierte hatte zudem ihre Richtig-keit zumindest was das Thema der diesjährigen österreichischen Volks-kundetagung anlangt. ,, Volkskunst"- der Sache selbst wurden schon einigeMale historische Grenzen gezogen( ,, Mit der Aufklärung zergeht die Volks-kunst wie der Schnee in der Sonne" schrieb bereits vor über 20 Jahren LenzKriss- Rettenbeck), und auf begrifflich- heuristischer Ebene ist wiederholtebenfalls recht definitiv festgestellt worden, daß ,, wir über, Volkskunstnicht mehr zu diskutieren( brauchen)"( so Weber- Kellermann/ Bimmer inihrer ,, Einführung von 1985). Nachgekommen ist man solcher Apodiktikim weiteren allerdings nicht: Im Windschatten eines Reflexivität und Ak-tualität gleichermaßen versprechenden Fragezeichens wurde etwa Volks-kunst heute?"( 1986) zum locus classicus einschlägiger Diskussion; dasfolgende Jahrzehnt sah die( antiessentialistisch entschärfte) Thematik durchzahlreiche Detailstudien wie auch durch akribische Erforschung ihres ideen-und problemgeschichtlichen Horizontes vorangetrieben; und heuer warenimmerhin rund hundert Teilnehmer und vierundzwanzig Referenten aus demIn- und Ausland der Einladung des Vereins für Volkskunde und des Öster-reichischen Fachverbandes für Volkskunde nach Wien gefolgt, um hier,, sowohl die Wandlungen des Phänomens selbst als auch die Diskurse überveränderte populäre Kreativität vor dem Hintergrund der Modernisierung( so die Programmaussendung) zu überdenken.

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Zeit und Ort der Tagung hatten satten Symbolcharakter, den Klaus Beitlin seiner Begrüßungsansprache in Erinnerung an das Zentenarium des Österreichischen Museums für Volkskunde( dessen Fundus seinerzeitLeopold Schmidt bei seinem berühmten positivistischen Definitionsvorstoß