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Literatur der Volkskunde
ÖZV XLIX/ 98
gen zwischen ethnischen Gruppen spiegeln sich auch in vielen außerbetrieb-lichen Alltagsbeziehungen wider. Deshalb ist seine Analyse nicht nur fürbetriebspolitisch engagierte Menschen lesenswert, sondern auch für alle, diebereit sind, verkrustete Mechanismen in interkulturellen Beziehungen zuverstehen und aufzubrechen. Die Folge davon wäre im Idealfall eine bessereVerständigung untereinander und Verständnis füreinander, die zu einer ge-meinsamen Veränderung von unterdrückenden Lebensverhältnissen führenkönnten. Dies hieße auch, auf diskriminierende Interpretationen von Alltags-erfahrungen verändernd einzuwirken, um damit populistischen und rassisti-schen Deutungen weniger Raum zu geben und ihnen entgegentreten zukönnen.
Brigitte Digel
VARVUNIS, M. G., Ο δεύτερος παγκόσμιος πόλεμιος ὡς ὁρόσημογιὰ τὸν ἑλληνικό παραδοσιακό πολιτισμό( Der Zweite Weltkrieg alsMarkstein für die griechische Volkskultur]. Komotini, Thakische Universi-tät, 1994. 48 Seiten.
Der Lektor der Griechischen Volkskunde an der Philosophischen Fakultätder Universität Thrakien in Komotini, dessen Dissertation über das religiöseVerhalten der Bevölkerung der Insel Samos an dieser Stelle noch anzuzeigenist, hat, neben materialreichen Arbeiten zu ,, Griechischen Voraussetzungender Volkskultur der Balkanvölker“( Kongreßakten ,, Balkan: Sprachen undKultur"( griech.). Athen 1993, S. 73- 99, zu historischen Beziehungen derBalkanvölker in Volkslied, Ballade und Sprichwort, Hausarchitektur, Zunft-wesen, Transhumanz, Textilornamentik, Islamisierung und Kryptochristen-tum, ethnische Überlagerung, gemeinsame Bräuche wie Anastenaria/ nesti-nari, kalanda/ colinde, Idolhandhabung, Verkleidungsformen, Tieropfer,Kulturkontakte in Heortologie und Festkalender, Volksbräuche und ihreVerbreitung, Threnosformen, Tyche- Vorstellungen, Hochzeitszeremoniell,Verwandtschaftsstrukturen, gemeinsames byzantinisch- orthodoxes Funda-ment), zu ,, Themen und Symbolen der Theophanie- Umzüge in Raum Almy-ros/ Thessalien"( Kongreẞakten des 1. Kongresses von Studien über Almy-ros. Athen 1993, S. 463- 486, vor allem die panegyrischen Lieder aufeinzelne Familienmitglieder betreffend, die eine kleine ,, Ruralsoziologie"ergeben) sowie zu ,, Traditionellen Speisen und religiösem Verhalten aufSamothrake"( Parnassos 55, 1993, S. 137 – 155, wobei ritueller Fleischge-nuẞ, Eierfärben, Fischessen am Palmsonntag, Diätpräferenzen für Schwan-gere, Speisengaben für Neuverheiratete, ritueller Weingenuß, Brotgaben,kollyva- Totenspeisen, verbunden mit Mädchenorakel am Samstag der Hl.