1995, Heft 2
Literatur der Volkskunde
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Doch so mächtig die Anziehungskraft des Weihnachtsfestes auch seinmag, die schöpferischen Kräfte, die sich dem Thema Chanukkaleuchtergegenwärtig zuwenden, sind vielfältig und zeigen, daß Chanukka ein vitalesFest sein muß. So haben amerikanische Kinder, wie im Katalog abgebildet,großzügige Wahlmöglichkeiten nicht nur zwischen der guẞeisernen
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, Cable Car Chanukka“ und der plüschbezogenen ,, Stuffed Menorah“. Unterdie Exponate allerdings wurden diese im Katalog abgebildeten Zeugnissevitaler religiöser Brauchpraxis nicht aufgenommen; hierfür wurde eineAuswahl vor allem mitteleuropäischer Chanukka- Leuchter von der 2. Hälftedes 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart und einiger Spielkreisel und-würfelzusammengestellt.
Martina Eberspächer
Innovation und Wandel. Festschrift für Oskar Moser zum 80. Geburtstag,hg. von Burkhard Pöttler, Helmut Eberhart, Elisabeth Katschnig- Fasch unterMitarbeit von Edith Hörandner. Graz, Selbstverlag des ÖsterreichischenFachverbandes für Volkskunde, 1994. 416 Seiten, Abb.
Anzuzeigen ist hier ein Exempel jener„ guten Ehrenbräuche der akade-mischen Zunft"( Christine Burckhardt- Seebass), die in der bunten Vielfaltder thematisch weit gestreuten Beiträge von oft nur in ihrer Reverenz vordem jeweiligen Jubilar einander verbundenen Autoren eine divertierendeLektüre zu bieten pflegen, jedoch eben darum eine summarische und resü-mierende Besprechung kaum gestatten. Für die vorliegende Festschrifthaben die Herausgeber laut Vorwort den insgesamt fünfundzwanzig Autorenaus dem In- und Ausland völlig freie Hand in der Wahl des Gegenstandesgelassen, solcherart den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Neigungenund Forschungsansätzen Raum gebend. Und stellte man anno 1984, zum70er des Grazer Emeritus, mit ,, Bauen- Wohnen- Gestalten" dessen wis-senschaftliche Leitthemen in den Mittelpunkt', so handeln nunmehr dieBeiträge der Gratulanten eine bunte Palette volkskundlicher Gegenständeab- ohne allerdings den Adressaten zu verfehlen: Denn beinahe von jedemder hier aufgeschlagenen Kapitel des disziplinären Kanons läßt sich, wiegern gepflogen, eine Brücke zum Lebenswerk des Geehrten schlagen, undso spiegeln sich in der vorgelegten Festgabe zugleich die mannigfachenInteressen und Arbeitsfelder Oskar Mosers, wie sie sein Schriftenverzeich-nis für die Jahre 1984- 1993 im Vorspann( S. 11- 22) ergänzt – doku-mentiert.
Den unmittelbarsten Bezug zum Jubilar als dem Verfasser einschlägiger,dokumentarisch wie( regional) terminologisch gleichermaßen akribischer