Jahrgang 
98 (1995) / N.S. 49
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Elfriede Grabner

ÖZV XLIX/ 98

seithen sehen konte: Siehe wunder! also balt wendete sich daß liebsteKindlein umb, wie sie Es gern haben wollte, woruber sie sich zwarnicht wenig Entsezt, aber nicht wie Irre darvon geflohen.

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Als drittes wundertätiges Bild wird eine auf Pergament gemalteDarstellung des hl. Joseph mit dem Jesukind auf dem Arm genannt.Es stammt ebenfalls aus dem Kaiserhaus und wurde von der erstenGemahlin Kaiser Ferdinands III., Maria Anna, vor ihrem Tode der ofterwähnten Schwester Euphrasia geschenkt. Maria Anna, die einst-mals wegen der eingefallenen Schweden von Graz nach Linz geflo-hen war, vertraute dabei der von ihr sehr verehrten Schwester an, daßder glorreiche H: Vater Joseph auß dißem bildt mit ihr mündlichgeredet habe, wie sie Ihme die damahlen äußerst truckhende Nothdeẞ gantzen Österreich und Kayẞerlich: Erbländer inständigst anbe-fohlen, da gedachter Ketzerische feindt schon allbereith auf dieKayẞerliche Residenz- Stadt Wienn anruckhte, Vnd selbige in solcheängsten brachte, daß niemandt ware, welcher nicht auf die alleinignoch übrig scheinende flucht gedachte.

Der heilige Nährvater Christi und ,, sonderbahrer Schutz- Patron"des Erzhauses von Österreich aber habe ihr versichert, daß der schwe-dische Feind die Stadt nicht erobern werde, was auch diesem durchwunderbare Hilfe des Heiligen nicht gelungen sei. Das wundertätigeJosefsbild soll dann übrigens später von Kaiser Leopold I.( 16401705), dem Sohn Ferdinands III., zur Wahl des römischen Königs nachFrankfurt mitgenommen und erst nach dem Tode Kaiser Josephs I.( 1711) dem Prager Kloster wieder zurückerstattet worden sein. 17

Damit wird dieses sehr langatmig ausgeführte Kapitel über die,, drei fürnehmsten geistlichen Geschenke", die dem Prager Karmeli-tinnen- Kloster von den Kaiserlichen Stiftern geschenkt wurden, ab-geschlossen.

Klösterlicher ,, Nationalitätenstreit" in Prag zwischen deutschenund polnischen Karmelitinnen

Aber nicht immer wird nur von wundertätigen Bildern und damitverbundenen Wundergeschehen und Krankheitsheilungen berichtet.Auch ,, geistliche Donnerwetter scheinen sich oft recht heftig über16 Chronik, S. 13f., Nr. 16.

17 Chronik, S. 17f., Nr. 18.