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Elfriede Grabner
ÖZV XLIX/ 98
Villmehr zu genohmen, und nach dem Sie in dem WiennerischenCloster Vnẞern H: Ordens habit bekomen, hat Sie dieses bild mit sichins Closter gebracht. Ihro Mayestätt Ferdinandus der 4. RömischerKönig, der mit sonderbahrer Andacht dießen H: bilt zugethan gewest,hat im Jahr 1653 solchen zu Ehren, und dancksagung seiner glückli-chen Crönung eine Capellen in Vnẞern Wiennerischen Closter bauenlassen. Ihro Mäyestätt Vnßre allergnädigste Kayserin und Stüffterinaber hat die Capellen mit Antipendijs, altärlein, leuchtern, und an-deren zierrathen schen eingericht, und den 22.ten Febris daß H: bildzu sich genohmen, in dero kammer schenstens geziert und hernach inder Procession samb dem durchlauchtig: Ertz- Hertzog LeopoldoIgnatio, der Princessin Von Lothring. und allen weibs Glossar ::: zum Glossareintrag weibs- Persohnenihres Hoffs, in daß Closter begleitet.'
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Es wird dann noch weiterhin sehr ausführlich über die prunkvolleProzession berichtet, mit der das Gnadenbild unter feierlichem Lita-neien- und Hymnengesang durch die Wiener Klostergemächer getra-gen wurde, ehe es in der Kapelle Aufstellung fand. Doch schon dreiJahre später wird von Kaiser Ferdinand III. angeordnet, daß dieses H:bildnuß mit allen opffern, geschmuck und zirrath den nach Pragziehenden Nonnen mitzugeben sei, wie solches dann auch unterthä-nigst vollzogen worden. Vorher jedoch habe der Kaiser das Gnaden-bild kopieren lassen, so daß diese Kopie im Wiener Kloster verblieb,wobei vermerkt wird, daß auch diese dort schon viele Wunder bewirkthabe. Besonders aber werden die Gnadenerweise hervorgehoben, diedas Original im neugegründeten Prager Kloster bewirkte. Es habesich hilfreich gezeigt bei„ Leibgrimmen“, bei Brust- und Magen-schmerzen, aber ganz besondere Heilwirkungen haben Schwangereund Gebärende erfahren, die ein an dem Bild angerührtes Band umden Leib trugen und so eine leichte und glückliche Geburt erfuhren.
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Das vielverehrte Gnadenbild mit der nährenden Muttergottes wirdauch nach barocker Frömmigkeitsauffassung reichlich mit kostbarenGeschenken behängt. So ziert die Kaiserin Eleonora das Bild miteinem Diamant- Halsband, aber auch viele andere Mitglieder des
11 Chronik, S. 15-16, Nr. 17.
12 Bänder und Gürtel, die mit gewissen Heiltümern in Berührung gebracht wurden,fanden schon früh als geburtserleichternde Mittel Verwendung. Vgl. dazu: El-friede Grabner: Grundzüge einer ostalpinen Volksmedizin.(= Mitteilungen desInstituts für Gegenwartsvolkskunde 16) Wien 1985, S. 249-259.