Volume 
99 (1996) / N.S. 50
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1996, Heft 4

Literatur der Volkskunde

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inaugurierte Projekt einer, Europäischen Ethnologie gezählt wirdvermittelnde Sprache: ,, It would seem" so die Herausgeber in ihremeinleitenden Resümee that these orientations have something to learnfrom one another's history and results, particularly when they are concernedwith the same social groups and local cultures.

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Herbert Nikitsch

HOTTENROTH, Hans- Hagen, Die Tonindustrie Scheibbs( 1923 1933).Scheibbser Keramik( seit 1937). Scheibbs, Eigenverlag H. H. Hottenroth,1994, 380 Seiten.

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Wie in der Werkstätte der, Wiener Keramik( Verkaufsgemeinschaft derWiener Werkstätte" in den Jahren 1905 bis 1913) und wie in der ,, GmundnerTonwarenfabrik" der Familie Schleiß( ab 1903) wurden auch in der,, Scheibbser Tonwarenindustrie" in Niederösterreich Keramiken vorrangignach den Entwürfen von KeramikkünstlerInnen hergestellt. Der Begründer derTonwarenfabrik Scheibbs, Ludwig Weinbrenner, hatte persönlich an der WienerKunstgewerbeschule beim Leiter der Abteilung Keramik, Prof. Michael Po-wolny, vorgesprochen, ob Fachleute für seine Kunstkeramikproduktion zurVerfügung stünden. Im Personenregister des ersten Buchteils treffen wir aufmehr oder weniger bekannte Namen, zu welchen der Autor Nachforschungenangestellt hat. ,, Fast ein Roman tituliert er seine Suche quer durch Österreichnach der Lebensgeschichte und dem Verbleib der Keramik( künstl) erInnen, dieehemals in Scheibbs gearbeitet haben. Sie hielten sich unterschiedlich lange Zeitin Scheibbs auf( Irmgard Gollner beschreibt für die Epoche 1913- 1923 einähnliches Phänomen für Gmunden: ,, In den Sommermonaten glich Gmundeneiner Künstlerkolonie...", s. Gmundner Keramik, S. 67; auch Franz Schleiß ausGmunden war mehrmals in der gastlichen Scheibbser Keramikmanufaktur zuBesuch) und fertigten Entwürfe für eine kunstkeramische Massenproduktion,deren Absatz vor allem auf den deutschen und amerikanischen Markt gerichtetwar. Die Stücke konnten die Individualität der KünstlerInnen behalten, da nurdie Form in Serie ging, die Glasuren aber von verschiedenen KeramikmalerIn-nen individuell zusammengestellt und angebracht wurden. Das erste Kapitelenthält eine Fundgrube an bibliographischen Daten und Geschichten aus derFrühzeit der Scheibbser Keramikmanufaktur, geordnet nach den Namen vonKeramik( künstl) erInnen, KeramikmalerInnen, Gipsern, Brennmeistern usf. In-teressant ist die große Anzahl von Frauen, die als Absolventinnen der WienerKunstgewerbeschule für gewisse Zeit in Scheibbs tätig waren. H. H. Hottenrothanalysiert: ,, Ein Kunststudium und ein künstlerischer Beruf waren um dieJahrhundertwende oft die einzige Möglichkeit für Frauen, ein Studium undeinen selbständigen Beruf zu ergreifen.( S. 53)