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Literatur der Volkskunde
ÖZV L/ 99
gen nach einer Edition der Enzyklopädie der slowakischen Volkskultur auchin einer international gängigen Sprache in Erfüllung gehen möge.
Im Juli des vergangenen Jahres hat die Enzyklopädie der slowakischenVolkskultur den Preis der Slowakischen Akademie der Wissenschaften fürdas beste wissenschaftliche Buch des Jahres 1995 erhalten.
Klaus Beitl
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CZAJKOWSKI, Jerzy( Red.), Materiały – Muzeum budownictwa ludo-wego w Sanoku 32. Sanok, 1994, 194 Seiten, illustriert.
CZAJKOWSKI, Jerzy, Budownictwo ludowe w Polsce( Volksarchitekturin Polen). Seria monograficzna. Sanok: Muzeum budownictwa ludowego wSanoku, 1995, VII Seiten.
CZERWINSKI, Tomasz, Osadnictwo i budownictwo ludowe na Ma-zowszu północno- zachodnim w XIX i na poczatku XX wieku(= Seria mono-graficzna: Budownictwo ludowe w Polsce)( Siedlungsformen und Bauern-häuser in Nordwest- Masowien im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts).Sanok 1995. 68 Seiten, 48 Abb.
Das neue Heft mit Materialien aus dem Freilichtmuseum in Sanok( Südost-polen) enthält einige volkskundlich interessante Beiträge zu den Volkskul-turen in den Vorkarpaten. So untersucht Maria Jolanta Marciniak ,, Die alteVolkstracht bei den( sogenannten) Dolinianen“, einer ethnographischenGruppe von Ruthenen und Polen im Gebiet von Sanok und Lesko amOberlauf des San. Behandelt werden verschiedene Quellen zu deren Kennt-nis und die einzelnen Teile der Frauen- und Männertracht mit den Verände-rungen seit dem 19. Jahrhundert. Die ursprünglich selbstgefertigten Stoffe( Leinen, Loden) wurden durch Industriestoffe ausgetauscht und die einstigeFarbigkeit( blaues Leinen, naturgefärbter Loden in Dunkelbraun) weichteinem freieren, von Industriestoffen geprägten Farbkanon. Geschildert wer-den auch der späte Übergang zu einer polnisch- nationalen sogenanntenKrakauer Tracht bzw. Einflüsse von der Ukraine her in den Stickmusternund Korallenstickereien. Die Einzelteile der Alttracht bieten wichtige undsehr typische Gewandformen, deren Zuordnung freilich durch das Fehlenvon Schnittzeichnungen etwas schwierig ist. Hervorheben möchte manden Satz( S. 65): ,, Man zog Holzschuhe oder Schuhe mit Oberleder an,aber im Alltag lief man barfuß.“ Die Kleiderforschung hat bisher dieserSitte des Barfußlaufens im Alltag wenig Aufmerksamkeit geschenkt,obwohl dies bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges vielenorts selbst-verständlich war.