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Manfred Koller
ÖZV L/ 99
Herkunft und Verbreitung
Das Wiener Fastentuch kam knapp vor dem ersten Weltkrieg in dasÖsterreichische Museum für Volkskunde und soll, ohne nähere Hin-weise, aus der Steiermark stammen..11 Traditionsbestimmte Inhalteund Formen und typisierte Handschrift der Ausführung erschwerenikonographische und stilistische sowie kunstgeographische Verglei-che zur näheren Bestimmung von Entstehung und Herkunft. Selbstdas Monogramm H. A. M. kann für den Auftraggeber oder für denMaler stehen. Seine Position unter dem Himmelfahrtsbild mit dennach der Zeitmode gekleideten Zeugen des Wunders könnte einenBezug auf einen der Dargestellten haben, der aber ohne sonstigeDokumente nicht aufzulösen ist. Sörries hat zurecht für das WienerTuch wie für den Feldertyp allgemein die konservative Bindung andie Tradition betont. Dem entspricht etwa, daß für das riesige GurkerTuch die lokale Herstellung durch die Werkstätte des Konrad vonFriesach inschriftlich gesichert ist. Für das Veitscher Tuch in St.Lambrecht wurden dagegen schon früher die Einflüsse des WienerSchottenmeisters erkannt und als Anhaltspunkte für eine Datierungum 1470 genommen. 12 Die 1995 im Joanneum in Graz ausgestelltenFragmente von zwei Tüchern im Eigenbesitz und dem der Österrei-chischen Galerie in Wien ergeben stilistisch eine Entstehung um 1440mit deutlichen Bezügen zu steirisch- kärntnerischen Bildwerken ausder Übergangsphase vom Weichen Stil zum Realismus. ¹³ Erst mit derRenaissance werden häufiger Malernamen von nicht immer nur loka-ler Bedeutung bekannt wie zum Beispiel Oswald Kreusel 1593 fürMillstatt, Stephan Flaschberger 1598 für das Lienzer Tuch aus Virgen,Osttirol, der Innsbrucker Hofmaler Paul Honecker( Honegger) 1623für Innsbruck, Stiftskirche Wilten, oder der Villacher Jakob Kazner1629 als Autor des Velums in Sternberg."
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Carl von Reslfeld( ca. 1658- 1735). Ungedr. phil. Diss. Salzburg 1993.
11 Siehe die Nachbemerkungen von Margot Schindler in diesem Heft bzw. Sörries( wie Anm. 1), Kat. 20 mit älterer Literatur.
12 Benesch, O.: Der Meister des Krainburger Altars I. In: Wiener Jahrbuch fürKunstgeschichte VIII, 1932, S. 56, Abb. 102.
13 Letzte Provenienz war Privatbesitz in Kapfenberg: Wild, B. in: Neuerwerbungen.Mitteilungen der Österr. Galerie 32/33. Wien 1988/89, S. 66 mit Abb.( DatierungEnde 14. Jahrhundert ist zu früh) und Leitner, K.:,,Und der Vorhang zerriß“.Gotische Fastentücher. Text auf Ausstellungsposter. Graz( Landesmuseum Joan-neum) 1995( Datierung um 1440).