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Manfred Koller
ÖZV L/ 99
mit Theorie und Praxis in Zusammenarbeit mit Textil- und Skulptur-restauratorinnen und bei Bedarf weiteren Spezialisten( für Wachs,Metall ect.) entstanden³. Die in den letzten beiden Jahren restauriertenBildwerke werden im Frühjahr 1996 vor dem Hintergrund der dazuauch an anderen Werken gewonnenen Erfahrungen erstmals in einerkleinen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde inWien präsentiert.
Die Thematik bekleideter Figuren in ihren verschiedenen Formen undBedeutungen reicht im Profanbereich vom Spielzeug über Künstlermo-delle bis zu Modefigurinen im Sakralen von Christkindpuppen zuGnadenbildern, Prozessionsfiguren und Krippenszenen bis zu kostbarausstaffierten Reliquienleibern. Im folgenden konzentriere ich mich aufdie aus kirchlicher Herkunft in Österreich bearbeiteten Beispiele undihren Zusammenhang mit den wesentlichen Entwicklungen dieser teil-weise bis heute kultisch genützten Gattung religiöser Kunst. Nur erwähntwerden kann, daß auch die Profankunst des 20. Jahrhunderts auf dieseKunstform mehrfach zurückgegriffen hat( z.B. Tänzerinnenfiguren vonEdgar Degas, Polyestermenschen von Duane Hanson).
1. Gliederpuppen
Am Beginn dieser Typenreihe stehen in der Antike kleine Ton- oderElfenbeinfigürchen mit in einfachen Scharnieren beweglichenGliedmaßen( z.B. Trient, Museo del Buonconsiglio, 4. Jahrhundertn.Chr. Schulter- und Hüftscharnier, Florenz: Schulter-, Ellbogen-,Hüft- und Kniescharnier) 5. Diese Figürchen kann man wohl zu Rechtals Spielzeug deuten, wobei sich von einer durchaus möglichenehemaligen Bekleidung nichts erhalten hat. Über bewegliche Kultfi-guren antiker Zeit ist mir nichts bekannt. Im Mittelalter hat sich diekirchliche Osterliturgie anfangs auf die depositio crucis mit oder ohneKruzifixus beschränkt( 12./13. Jahrhundert), und seit dem Ende des3 Amtsrestaurator Franz Höring, Textilrestauratorin Elisabeth Macho- Biegler undWachsrestauratorin Rita Furrer und der Autor waren mit den im Katalog beschrie-benen Figuren am häufigsten befaßt. Für Literaturhilfen und die gute Zusammen-arbeit in der Projektbearbeitung danke ich Frau Dr. Margot Schindler, Österrei-chisches Museum für Volkskunde in Wien, und Herrn Dr. Reinhard Rampoldvom Landeskonservatorat Innsbruck.
4 Vgl. Brückner( wie Anm. 1) sowie Anm. 42.5 Abbildung in OPD Restauro, I. Florenz 1989.