Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Band L1/ 100, Wien 1997, 513-522
Die Galiziensammlung
des Österreichischen Museums für Volkskunde
Barbara Tobler
Das Kronland Galizien gehörte zu den Ländern der österrei-chischen Reichshälfte der österreichisch- ungarischen Monar-chie, die gemäß der Bestimmung des 1895 gegründeten ,, Mu-seums für österreichische Volkskunde" zu dessen Forschungs-und Erwerbungsgebieten zählten.
Textilien bilden- nach Materialgruppen aufgeschlüsseltden größten Bestand der Sammlung, gefolgt von Gegenstän-den aus den Bereichen Holz, Keramik, Ostereier, Schmuck,Stein, Graphik und Metall. Das Museum stand in den erstenJahrzehnten seines Bestehens in regem Kontakt mit galizi-schen Sammlern, die im Auftrage der Direktion Objekte er-warben und nach Wien schickten. Die Sammlung bietet Ver-gleichsmaterial zur Hirtenkultur( Huzulen), zur Untersuchungländlicher Berufe und Handwerke, zur Textilforschung, Reli-gionsvolkskunde sowie zur Haus- und Geräteforschung.Mit dem Zerfall der Monarchie riß auch die gezielte Erwer-bungstätigkeit des Museums im ehemaligen Kronland Galizi-en ab. Spätere Erwerbungen und Nachsammlungen sind auchunter dem Gesichtspunkt ethnographischer Forschungen inden Nachfolgestaaten zu sehen.
Das Kronland Galizien gehörte zu den Ländern der österreichischenReichshälfte der österreichisch- ungarischen Monarchie, die gemäßder Bestimmung des 1895 gegründeten ,, Museums für österreichi-sche Volkskunde“ zu dessen Forschungs- und Erwerbungsgebietenzählten. So findet sich bereits im ersten Jahrgang der ab demselbenJahr erscheinenden ,, Zeitschrift für österreichische Volkskunde“ einAufsatz von Luise Schinnerer über die Herstellung von teppicharti-gen Handschuhen und Fäustlingen in Ostgalizien. Schinnerer schenk-te die darin erwähnten und beschriebenen Objekte dem Museum, wosie unter den Inventarnummern 2.351, 2.352 und 2.353 den Beginnder Galiziensammlung markieren.