Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Band LI/ 100, Wien 1997, 239-248
Mitteilungen
Zwischen Job und Hobby-Volkskundliche Tätigkeiten im Lichte einerAbsolventInnenbefragung
Karoline Gindl und Wolfgang Wehap
Generationen von VolkskundlerInnen bewegte und bewegt gerade heute eineFrage: ,, Gibt es ein Leben nach dem Studium?". Gemeint ist selbstverständ-lich das berufliche Leben oder zumindest der berufliche Nutzen, der aus demStudium erwachsen sollte. Nicht zufällig werden daher von Zeit zu ZeitNachforschungen angestellt, wie es mit den Jobaussichten bestellt ist bzw.wie denn die Berufsfelder für VolkskundlerInnen überhaupt aussehen( könn-ten). Eine Möglichkeit, dies empirisch in Erfahrung zu bringen, ist dieAbsolventInnenbefragung- eine solche wurde im Rahmen eines Seminarsam Grazer Volkskundeinstitut 1996/97 duchgeführt und soll hier vorgestelltwerden.2
Die Fertigen sollen, so die Überlegung bei einer AbsolventInnenbefra-gung, Auskunft darüber geben, was die Nachrückenden, so sie weiter volks-1 Einer der ersten, der sich detailliert mit dieser Frage auseinandergesetzt hat:Bausinger, Hermann( Hg.), Berufsleitfaden Volkskunde, Tübingen( 1981) 1983.2 109 AbsolventInnen wurden ermittelt, die 1985-96 in Graz ein Volkskunde- Stu-dium abgeschlossen haben, 103 davon wurden erreicht. Der halbstandardisierteFragebogen mit vier Ja- Nein- Fragen, drei offenen Erläuterungsfragen sowieFragen nach biografisch/ studienbiografischen Angaben wurde postalisch ver-schickt bzw. direkt übermittelt. 55 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück undwurden ausgewertet. Trotz der guten Rücklaufquote muß bezüglich der Reprä-sentativität darauf hingewiesen werden, daß jene AbsolventInnen, die beruflichnicht im Fach oder überhaupt nicht richtig Fuß fassen konnten, sicher wenigermotiviert gewesen sein dürften, sich dem Prozedere zu unterziehen. Insofernwären natürlich Face- to- Face- Interviews im Zuge einer Totalerhebung aussage-kräftiger- aber ungleich aufwendiger. So ist die Gültigkeit der Analyse einzu-schränken und nicht auf alle AbsolventInnen, sondern nur für die tatsächlichbefragten zu beziehen.
Gedankt sei Hans Verhovsek, der 1996/97 eine Arbeitsgemeinschaft ,, Berufsfel-der für Kulturwissenschafter/ innen- Anspruch und Wirklichkeit“ am GrazerInstitut leitet( e), für seine Unterstützung bei Adressensuche und Fragebogener-stellung.