Jahrgang 
100 (1997) / N.S. 51
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Zuzana Beňušková

ÖZV LI/ 100

der Kontinuität ist sich auch die christliche Kirche bewußt und nutztdiese Erkenntnis gezielt bis heute. Die Chance zur Adaption derGesellschaft an neue ideologische Elemente in der geistigen Kulturerhöht sich, wenn bei ihrer Eingliederung gesellschaftsfähige Mittelgenutzt werden.

Der institutionelle Bereich kann durch Normen bzw. ihre unter-schiedliche Interpretation Spannungen in der Gesellschaft hervorru-fen, was auch die Forschungsergebnisse der letzten Jahre in derSlowakei belegen. Es ist offensichtlich, daß das Verhalten der betei-ligten Institutionen und die Äußerungen des Subjektivismus bei derAnwendung der Normen mit der Unterschiedlichkeit der Interessenzusammenhängen, die in diesem Bereich relevant sind. Die nichtgenügend klare Perspektive der künftigen Regelung der Beziehungenzwischen Staat und den Kirchen ist eine ständige Quelle erhöhterWachsamkeit auf beiden Seiten, des fehlenden gegenseitigen Vertrau-ens sowie der spezifischen Neurotisierung des gesellschaftlichenMilieus.

Die Problematik der Rituale und Feiertage in den Beziehungen vonInstitutionen mit solcher Breitenwirkung wie Staat und Kirche ist oftnach außen hin gar nicht so deutlich sichtbar. Es gibt jedoch Momen-te, in denen ihre Bedeutung wächst. Kann man sich in bestimmtenSituationen nicht auf die Problemlosigkeit in den Beziehungen undVorgangsweisen der beteiligten Institutionen verlassen, so ist dieObjektivierung der Haltungen, ihre Anpassung an den reellen Standund die Tendenzen zum Wohle der Öffentlichkeit und im Einklangmit der Notwendigkeit der Sicherung des glatten Funktionierens auchdieses Gebietes des gesellschaftlichen Lebens gefährdet. In der Be-ziehung zwischen den Individuen und sozialen Gruppen darf man daspsychologische Phänomen des, Sacrums nicht unterschätzen, dasjedoch nicht unbedingt strikt an eine Konfessionszugehörigkeit ge-bunden sein muß.

Die fehlende Herauskristallisierung der Beziehungen im Bereichder Normen, die seitens der bürgerlichen Gesellschaft und kirchlichenGemeinschaften in der Lenkung der gegebenen Problematik vorherr-schen, widerspiegeln sich auch im Bewußtsein der Bürger. Wie dieUntersuchungen gezeigt haben, werden in der slowakischen Ritual-kultur institutionelle Komponenten immer noch respektiert. Sie be-kräftigen die Bedeutung des Individuums in der Gesellschaft sowieder Gesellschaft im Leben des Individuums.