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Leopold Kretzenbacher
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kündens“ durch Bildgestalten gesetzt. Zu ihnen gesellen sich auchhier auf dem Althofener Antependium aus der traditionell legenden-nahen Bilderwelt des Mittelalters Gestalten, die eben für die Betrach-ter als ,, Bild- Leser" sofort ,, verständlich“ sind: aus den Evangeliendie ,, Magd", vor der Petrus seinen Herrn verleugnet, und noch derHahn, der bei den Synoptikern nach Christi eigenem Worte( Matth26, 34; Mark 14, 30; Luk 22, 34) nach dem Petrus- Verleugnen Christidreimal krähen wird. Selbst Johannes, der sich in so manchem vonder Darstellung in den drei vorangegangenen Evangelien unterschei-det, hält an dieser Prophetie Jesu fest( Joh 13, 38).
Vor allem aber gilt für das Althofener Antependium als einem nichttextilen, sondern aus Holz geschnitzten Altar- ,, Vorhang“ die Eigenartder Aufnahme eines nicht evangelienbezeugt ,, Kanonischen“, son-dern der mittelalterlichen Legendentradition eben auch im BildeFolgenden als wirkliche Besonderung. Die ,, Gregorius- Messe“ ge-hört zu einer viele Bildgedanken in sich schließenden ,, Hl. Blut- My-stik" besonders des hohen und des späten Mittelalters eben auch inKärnten und vielenorts in den Sakrallandschaften nicht nur unsererOst- Alpen. Das ,, Erscheinen" des Schmerzensmannes auf oder überder Hostie bei ihrer elevatio im Augenblick nach der transsubstantia-tio als ,, Verwandlung“ von Brot und Wein in den Leib und das BlutChristi, sichtbar für Papst Gregor d. Gr.( P. M. 590 – 604) wie auf sovielen ähnlichen Darstellungen ist zum Bilde gewordener Abwehr-Gedanke der mittelalterlichen Kirche gegen die bereits im Hochmit-telalter immer bedrohlicher werdenden ,, Transsubstantiationszwei-fel" auch mancher Theologen. Zu denen gehört vor allem Berengarvon Tours( um 1000 – 1088) in seinem Kampfe um die Sakramenten-lehre vor allem mit Lanfranc( geb. um 1005 zu Pavia, gest. alsErzbischof von Canterbury 1089). ,, Eucharistisch" intendierte ,, Blut-wunder“-Legenden wie jene zu Bolsena in Umbrien 126320 führen ja
19 Zur ,, Gregoriusmesse“, vor allem auch zu den deutschen Nachbildungen desUrbildes zu S. Croce in Gerusalemme in Rom als Wandmalereien und Tafelbildervgl. LCI Bd. II, Freiburg i.Br. Sonderausgabe 1994, Sp. 199 – 202( A. Thomas).20 Zur ,, Bolsena- Legende“, der manche ähnliche ,, Blutwunder" wie zu San Ambro-gio in Florenz( 1229/30) vorangegangen sind und die sich in Bilddarstellungenimmer wieder bis ins frühe 16. Jahrhundert finden, vgl. LCI, Bd. I( wie Anm. 19),s.v. ,, Eucharistie", Sp. 687- 695( J. J. M. Timmers), bes. Sp. 693 f. Alljährlichwird im Dom von Orvieto das Corporale von Bolsena mit seinen Blutfleckenoffen gezeigt zu den ständigen Fresken eines Luca Signorelli( um 1445-- 1523)mit den legendenbezogenen Bildteppichen im weiten Dom.