Volume 
100 (1997) / N.S. 51
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LI/ 100

Die Präsentationstechnik ließ in manchen Fällen zu wünschen übrig.Mehr graphische Aufbereitung in Form von Overhead- Folien, Dias oder aufder Flipchart könnte zur Verbesserung der Aufnahme des dargebrachtenLehrinhaltes beitragen. Auch sollten zu den mehr theoretisch konzipiertenReferaten Literaturlisten aufgelegt, eventuell sogar kurz besprochen wer-den.Konrad Lachmayer

Prof. Helmut Prasch

Am 17. Dezember 1996 ist in Spittal an der Drau Prof. Helmut Prasch im87. Lebensjahr verstorben. Der am 16.9.1910 in Weißenbach an der Triesting( Niederösterreich) Geborene, dessen Familie 1921/22 nach Spittal übersie-delte, besuchte von 1926- 1930 die Lehrerbildungsanstalt in Oberschützenund war in der Folge-- mit einer längeren kriegs- und zeitbedingten Unter-brechung an verschiedenen Kärntner Schulen als Lehrer tätig. Von 1957bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1974 leitete der 1965 mit dem Berufs-titel ,, Oberschulrat" Ausgezeichnete als Direktor die Sonderschule in Spit-tal/ Drau. Auf seine Verdienste als ,, Schulmeister"( das war Helmut Praschim besten Sinne des Wortes; jemanden zu ,, schulmeistern" war ihm hinge-gen fremd) und die damit verbundenen Ehrungen ist hier nicht weitereinzugehen, wiewohl seine pädagogischen und didaktischen Fähigkeitenauch jene Bereiche prägten, die ihm nicht Beruf, sondern Berufung waren:Heimatforschung und-pflege, Regional- und Kulturgeschichte, Denkmal-und Kulturgüterschutz, Museologie und Ausstellungswesen sowie, nicht nuraus Praschs Sicht die meisten der erwähnten Themen ohnehin einschließend,Volkskunde, vor allem Oberkärntens, seiner ,, Heimat( ein Wort, das Hel-mut Prasch gerne und fallweise auch emotionsbeladen verwendete). SeineVolkskunde" war umfassend, aber landschafts-, fakten- und praxisbezo-gen: ,, Ich schreibe auf, was man vergißt, und finde, was verschollen ist"heißt es in ,, gereimten Gedanken, die Helmut Prasch einmal zu Papiergebracht hat, damit jene Stärken andeutend, die weit über Kärnten hinausauf Anerkennung gestoßen sind( nicht zuletzt wegen dieser Anerkennungkonnte er auch mit der seiner Arbeit nicht immer förderlichen- Kritikderer leben, die er gerne als ,, Dogmatiker der Volkskunde bezeichnete).

Er fand, was( beinahe) verschollen war, sammelte und beschrieb es,machte es der Mit- und Nachwelt zugänglich, indem er es bewahrte undausstellte: in Museen, die er, unterstützt von Menschen, die er für seineInteressen gewinnen und begeistern konnte, gründete und über viele Jahre