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Mitteilungen
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Weil von der Tatsache ausgegangen werden kann, daß an den Ränderneines Kulturbereiches sich die ursprüngliche Sitte länger erhält als in Kern-bereichen¹² sind Beispiele aus dem Elsaß und Siebenbürgen erhellend. Dieschon im vorigen Jahrhundert begonnenen volkskundlichen Forschungen insiebenbürgisch- sächsischen Gemeinden lassen erkennen, daß seit etwa 150Jahren Begräbnisbräuche in den Dörfern gleich geblieben sind. ¹³ Erst dieAuswanderungen im Gefolge der Revolution von 1989 in Rumänien habentiefgreifende Änderungen im Sozialgefüge herbeigeführt. Allerdings wer-den in den Orten, wo es die Zahl der Evangelischen erlaubt, die hergebrach-ten Bräuche mit Zähigkeit beibehalten.
Darum sei nun ein Bestattungsbrauch aus Siebenbürgen mitgeteilt, der inden Grundzügen noch heute in den Dörfern¹4 eingehalten wird. Am Beispielder Gemeinde Zied/ Veseud im Kreis Hermannstadt in der Nähe von Agne-teln/ Agnita soll nun die dörfliche Sitte der Bestattung dargestellt werden,wie sie im Jahre 1960 von Hermann Pitters¹5 aufgezeichnet wurde. Es folgteine Zusammenfassung der ausführlichen Dokumentation. In den Anmer-kungen werden entsprechende Texte notiert, die sonst kaum zugänglich sind.
A: Krankheit und Agonie
Während einer langen Krankheit bitten die Angehörigen den Pfarrer umöffentliche Fürbitte im Gemeindegottesdienst und um Spendung des Heili-gen Abendmahles.
Tritt dann der Todeskampf ein, so wird durch Flachlegen des Patienten,Stille im Haus, leises Beten, Kühle und Abdunkelung im Zimmer, auf alleerdenkliche Weise Erleichterung geschaffen; es erfolgt keine Nahrungszu-fuhr mehr, um ein leichteres Sterben zu ermöglichen.
12 May, Gerhard: Die volksdeutsche Sendung der Kirche. Göttingen 1934.13 Schuller, Georg: Volkstümlicher Glaube und Brauch bei Tod und Begräbnis imSiebenbürger Sachsenland. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte( 1. Teil). Programmdes evangelischen Gymnasiums in Schäßburg. Kronstadt 1863. Göller, Carl: ImKreislauf des Jahres. Bukarest 1987.
14 Mündliche Bestätigung durch Prof. Dr. Berthold Köber, Hermannstadt, im Mai1996 für Gemeinden in der Nähe von Schäßburg.
15 Pitters, Hermann: Tod und Begräbnis in Zied. Eine volkskundlich- liturgischeBestandsaufnahme, Hausarbeit im Rahmen des Magisterkurses. Hermannstadt
1960.