1997, Heft 1
Zum Beispiel Erdäpfelsalat
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Begriff, Hausmannskost' auf Identifikationen und Vertrautheit, ersummiert Einstellungen, Attitüden, die auf das Nahrhafte, Kräftigeabzielen." 44 Mit diesem Etikett aber kommt man dem Deutschen,genauer: einer Idealvorstellung einer nationalen deutschen Identitätsehr nahe: ,, In Begriff und Vorstellung war bereits eine nationaleKomponente enthalten, die sich, wie so vieles in dieser Zeit, gegendie, erkünstelten Gerichte der französischen Küche wandte." 45
Ein probates Mittel, eine bestimmte Küche als österreichische undmehr noch als volkstümliche vorzuführen und gegen das Deutscheabzugrenzen, sind Glossare. Derartige Auflistungen österreichischerAusdrücke dialektale oder regionale Unterschiede sind hier ver-wischt fehlen in kaum einem Reiseführer und auch selten in Koch-büchern. Wird die österreichische Küche als echt und als Volkskul-tur- auch das besagt ja der Begriff, Hausmannskost'- hochgelobt,so erhöht der Hinweis auf die auch eigene Sprache zusätzlich denAuthentizitäts- und damit den Symbolwert dieser Kost und dassowohl für die ausländischen als auch für die österreichischen Leser.Glossare lassen mehrere, einander nicht ausschließende Lesarten zu:Sie sind ein Stilmittel, die Ingredienzien, Rezepte und Speisen alsTypisches und Eigenes zu akzentuieren und gleichzeitig dieses Typi-sche als Exotisches Glossar ::: zum Glossareintrag Exotisches aufzuwerten. Gerade dann, wenn es um dasunverwechselbar Eigene, wie hier die österreichische Küche geht,sollte das Fremde, das Fremdmachen immer mitbedacht werden.Einmal mehr erweist sich die Notwendigkeit, regionale, mit dieser dienationale, und internationale Küche und deren Symbolisierungennicht nur in einem Gegensatz, sondern vielmehr in einem wenn auchspannungsvollen Zusammenhang zu sehen.
Lust auf Österreichisches?
Im Bild vom Österreicher, der sein Leben genießt und gerne gut iẞt,scheinen Selbst- und Fremdbild zur Deckung zu kommen; dies muß44 Köstlin, Konrad: Die Revitalisierung regionaler Kost. In: Valomen, Niilo( Hg.):Ethnologische Nahrungsforschung. Vorträge des zweiten internationalen Sym-posiums für ethnologische Nahrungsforschung. Helsinki 1975(= Kansatieteel-linen Arkisto, 26), S. 159 – 166, hier S. 163.
45 Vgl. Köstlin, Konrad: Heimat geht durch den Magen. Oder: Das Maultaschen-syndrom Soul- Food in der Moderne. In: Forschungen zur Volkskunde Baden-Württembergs 4( 1991), S. 157- 174, hier S. 152.