1997, Heft 1
Zwischen ,, Volksgeist" und ,, Volksaufklärung“
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tigen, auf einige Resonanz stoßen konnten. Bis zu den 30er Jahrendes neunzehnten Jahrhunderts war das Interesse für die deutscheRomantik noch sehr begrenzt. Auch für die Ideen der HeidelbergerRomantiker, die stark von Johann Gottfried Herder beeinflußt wordenwaren und mit denen sich Hoffmann am meisten verwandt fühlte, wardas Interesse gering. Dies galt sicherlich für die allgemeine Öffent-lichkeit. So wurde 1820 eine erste Übersetzung der Kinder- undHausmärchen der Gebrüder Grimm veröffentlicht, das Buch wurdejedoch kein Erfolg. In den Vaderlandsche Letteroefeningen wurde essogar vollends verrissen. Seit langer Zeit, so der Rezensent, haben wir,, kein alberneres Buch mit widerlichern Bildern in Händen gehal-ten. Auch die Literaturwissenschaft verband nicht viel mit derdeutschen Romantik. In einer 1824 erschienenen Abhandlung überden Einfluß der ausländischen auf die niederländische Literatur stellteWillem de Clercq fest: ,, Was ferner eigentlich die gegenwärtig ehermystische Schule Deutschland betrifft, mit ihren Zaubergeschich-ten und ihrer überlebenen Bewunderung für die vorväterliche Zeitund Ruhm der Kunst, können wir nicht klagen, daß dieselben hier zuviel Eindruck gemacht haben." 7 1835 erschien darüber hinaus JacobGeels Gesprek op den Drachenfels, eine geistreiche Persiflage auf diedeutsche( aber auch auf die französische) romantische Schule, die dasohnehin bereits geringe Interesse für diese Strömungen noch weiterabgeschwächt hat.8
6 Über diese Übersetzung und die Rezeption siehe Van de Zijpe, René: Die ersteniederländische Übersetzung Grimmscher Märchen von 1820. In: Brüder GrimmGedenken, Bd. 2. Hg. von L. Denecke. Marburg 1975, S. 168-182.[ ,, geen zotterboekje met misselijker prentjes in handen gehad."]
7 De Clercq, W.: Verhandeling ter beantwoording der vraag: welken invloed heeftvreemde letterkunde, inzonderheid de Italiaansche, Spaansche, Fransche enDuitsche, gehad op de Nederlandse taal en letterkunde, sints het begin dervijftiende eeuw tot op onze dagen? In: Verhandelingen van het Koninklijk- Neder-landsche Instituut van Wetenschappen, Letterkunde en Schoone Kunsten, tweedeklasse, Teil 3( 1824), S. 215. Über die genaue Bedeutung dieses Absatzes-- DeClercq war sicher kein Gegner der deutschen Romantik, wohl aber ihrer extremenErscheinungsformen- siehe Van den Berg, W.: De ontwikkeling van de term, romantisch en zijn varianten in Nederland tot 1840. Assen 1973, S. 303 – 304und 303 n. 12.[ ,, Wat voorts eigenlijk de tegenwoordige meer mystieke schoolin Duitschland betreft, met hare toovergeschiedenissen en overdreven bewonde-ring voor den voorvaderlijken tijd en kunstroem, kunnen wij niet klagen, datdezelve hier te veel indruk gemaakt hebbe."]
8 Geel, Jacob: Gesprek op den Drachenfels. Leiden 1835. Über dessen Persiflagesiehe Van den Berg( wie Anm. 7), S. 377- 428.