2002, Heft 3+ 4
Das ,, Petrinerkreuz"
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vorgegangen werden sollte. Aber beim Klerus scheint die Art, wieman die Rekatholisierung durchführen wollte, keinen großen An-klang gefunden zu haben. Auch Bischof Jakob II. dürfte nicht dafürgewesen sein, so daß in der Steiermark in seiner Zeit mit den Prote-stanten bei weitem nicht so schroff verfahren worden ist, wie es nachden Konferenzbeschlüssen hätte sein müssen. Wohl wurden 1735 aneinigen Orten der Obersteiermark zum ersten Male Missionare ange-stellt, die teils dem Weltpriesterstand( Petriner) angehörten. Sie soll-ten durch Hausbesuche, katechetische Unterweisung der Kinder undJugendlichen, aber auch durch Predigten die Geheimprotestanten indie katholische Kirche zurückführen." Sein Nachfolger, ErzbischofLeopold III., baute dann diese Missionen weiter aus und suchte 1738bei Papst Klemens XII.( P. M. 1730-1740) um Bestätigung dieserMissionsstiftungen an, wie es 1784 eine Salzburger Nachricht undvier Jahre später der ,, Vater der steirischen Geschichtsschreibung"Aquilinus Julius Caesar( 1720-1792), Vorauer Chorherr und Pfarrervon Dechantskirchen und Friedberg, zu berichten wissen:
,, Nach dem Abzug dieser Emigranten errichtete der Erzbischof Leopoldvon Salzburg, um die Mischung der Religionen in dem Erzstifte zuverhindern, verschiedene Missionen, theils aus Petrinern, theils ausBenediktinern, Franziskanern, Kapuzinern und Augustinern, und nur dieJesuiten nahm er zu diesem Geschäfte nicht. Im Jahre 1738 suchte er auchüber die Missionsstiftungen bey dem Pabste Klemens XII. um Konfirma-zion an, welcher sie unter den größten Lobeserhöhungen mit dem dd.Romae 12. Jan. 1739 ertheilte, daß die hiebey angestellten Missionärsnicht allein den Namen apostolischer Missionärs haben, sondern auchalle Privilegien, Indulten und Freyheiten der apostolischen Missionärsgeniessen, und ein jedweder Erzbischof das Direktorium und Präsidiumüber solche führen sollte." 17
Dieses hier angesprochene Breve des Papstes Klemens XII., das sichals Abschrift aus dem Domkapitelprotokoll von 1739 im SalzburgerLandesarchiv befindet, enthält allerdings nur die Bestätigung der vom16 Klamminger, Karl: Jakob II. Ernst Graf Liechtenstein( 1728-1738). In: Amon,Karl( Hg.): Bischöfe von Graz- Seckau. 1218-1968. Graz, Wien, Köln 1969,S. 342 f.
17 Caesar, A. Julius: Staat- und Kirchengeschichte des Herzogthums Steyermark.7. Bd. Graz 1788, S. 519,§ 20; von Kleinmayrn, Johann Franz Thaddäus: Nach-richten vom Zustande der Gegenden und Stadt Juvavia vor, während, und nachBeherrschung der Römer bis zur Ankunft des heiligen Ruperts und von dessenVerwandlung in das heutige Salzburg. Salzburg 1784, S. 232.