Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde105 (2002) / N.S. 56Gockerell, Nina: Succarath – ein Fabeltier in Münchner Krippen des frühen 19. Jahrhunderts

  
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Succarath – ein Fabeltier in Münchner Krippen des frühen 19. Jahrhunderts
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2002, Heft 3+ 4

Succarath ein Fabeltier in Münchner Krippen

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Das aller schützlichest thier so geseyn

mag/ Su genant in den neiwen landen.

Sist ein ost indem new erfundnen land/ welches

ein volck eynwonetPatagones in jter ſpraach genent/ond diewyl das ort nit feet warmist/ so bekleidend sy sich mit beltzwerck von einem thier/ welches sySu nennend das ist wasser/ aufvisach daß es der merer theil beyden wafferen wonet/ Ist seerrousbig/ scheüglich wie dise gestalt vf-weyft. So es von den Jegerengejagt/ nimpt es seine jungen auff

feinen ruggen/ deckt fy mit einem langen schwantz/ fliecht also dauon/ wirdt mit grüben gefangen vnd mit pfeylen erschossen.

Abb. 3: Holzschnitt aus Conrad Gessner: Thierbuch. Zürich 1551( deutsche Ausgabe 1563)

das ist wasser/ auß ursach daß es der merer theil bey den wasserenwonet/ Ist seer roeubig/ scheutzlich wie diese gestalt vẞweyßt. So es vonden Jegeren gejagt/ nimpt es seine jungen auff seinen ruggen/ deckt sy miteinem langen schwantz/ fliecht also dauon/ wirdt mit grueben gefangenvnd mit pfeylen erschossen." 4

Auf den Holzschnitt im Text, der auch für das Titelblatt verwendetwurde, gehen die meisten der späteren Darstellungen des Tieres mehroder weniger direkt zurück. Gessners Su ist im Profil nach rechts inSchrittstellung auf einem Rasenstück dargestellt( Abb. 3). Das Tierhat einen löwenähnlichen Körper, der sich zum Becken hin starkverjüngt, angedeutete Zitzen am tiefhängenden Oberkörper, krallen-bewehrte Tatzen, an den Schenkeln und an der Brust zottiges Fell4 Gessner, Conrad: Thierbuch. Das ist ein kurtze bschreybung aller vier= füssigenThieren/ so auff der erde vnd in wassern wonend/ sampt irer conterfactur: alles zunutz vn gutem allen liebhabern der künsten/ Artzeten/ Maleren/ Bildschnit-zern/ Weydleuten vnd Köchen/ gestelt. Erstlich durch den hoch= geleerten herrenD. Cunrat Geẞner in Latin beschriben/ jetzunder aber durch D. Cunrat Forer zumererem nutz aller mengklichem in das Teutsch gebracht/ vnd in ein kurtzekom= liche ordnung gezogen. Zürich 1563.