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Helmut Eberhart
ÖZV LVI/ 105
Wenn auch diesen Aussagen Georg Veiths ein wenig das Pathos des,, Kulturbringers" anhaftet, so bleibt die Tatsache bestehen, dassÖsterreich in Albanien keinesfalls nur als Besatzungsmacht auftrat,sondern sich ernsthaft mit der Kultur des Landes auseinander setzte.Als Beispiel dafür mag auch gelten, dass man 150 Exemplare einerBroschüre mit dem Titel ,, Stammesgliederung, Sitten und Gebräucheder Albaner" drucken ließ, die am 23. November 1916 dem Kriegs-ministerium übermittelt wurden. Sie dienten ,, zur Beteilung der mitder Ausbildung der moslimitischen und albanischen Kriegsfreiwilli-gen betrauten Ersatzkörper“.12
Insgesamt verfolgte das wissenschaftliche Engagement Öster-reich- Ungarns mit den vielen Projekten zur Erforschung des Landeswohl keinen Selbstzweck, sondern stand in der Tradition der statis-tischen Aufklärung bzw. der Kameralistik und folgte dem Motto, dassman über Länder, die man beherrschen und verwalten will, auchgeographische, wirtschaftliche und kulturelle Kenntnisse habenmuss. Gerade der Vielvölkerstaat Österreich- Ungarn verfügte aufdiesem Gebiet über eine entsprechende Tradition.
Erich Nachtmann: Biographische Notizen¹³
Erich Nachtmann entstammte einer Apothekerfamilie. Sein VaterFriedrich Nachtmann war Apotheker in Schumberg an der Desse( Böhmen), wohin die Familie aus Hartberg( Oststeiermark) zugezo-gen war. Friedrich Nachtmann entwickelte ,, Nachtmanns Raucher-
wertete die Ergebnisse nur in einem ersten Überblick aus. Die Gesamtergebnisseder Volkszählung werden derzeit in einem größeren Forschungsprojekt unter derLeitung von Helmut Eberhart und Karl Kaser aufbereitet. Die Daten sollen nachAbschluss des Projektes( Sommer 2003) für weitere Forschungen zur Verfügungstehen.
11 Veith( wie Anm. 4), S. 539.
12 Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Kriegsarchiv, 1916, 2/ W 7-4, Schreiben desArmeeoberkommandos an das k.u.k. Kriegsministerium vom 23.11.1916; Ichhabe bereits einmal auf dieses Material hingewiesen( vgl. Eberhart[ wie Anm. 5],S. 25) und damals festgestellt, dass es mir nicht möglich war, diese Broschüreim Original einzusehen. Leider war es mir auch in den letzten fünf Jahre nichtmöglich, ein Exemplar dieser Broschüre zu finden.
13 Die knappe biographische Skizze erfolgte aufgrund verschiedener Dokumente( Zeugnisse, Wehrpass u.ä.) aus seinem Nachlass, die mir seine Tochter SylviaNachtmann zur Verfügung stellte( vgl. auch Anm. 2).