Aufsatz in einer Zeitschrift 
„Der Sehnsuchtsschrei nach Freiheit“ : Erich Nachtmanns Erinnerungen an Albanien
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2002, Heft 3+ 4

,, Der Sehnsuchtsschrei nach Freiheit"

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( siehe unten) im März 1916 war die südlichste Ausdehnung derBesatzungszone erreicht. Es kann hier nicht der geeignete Platz sein,um die Geschichte des Albanienfeldzuges wiederzugeben, es mussdaher die Feststellung genügen, dass die ungefähre Frontlinie Vojusafluẞßaufwärts bis Memaliaj, nach Norden zum Fluẞ Osum(= Osumit),wiederum flussaufwärts bis Čerevoda(= Çorovodë), dann entlang derGebirgshöhen in Richtung Ohridsee die maximale Ausdehnung derBesatzungszone bildete. Sie hatte im Wesentlichen bis zum Sommer1918 Bestand, ehe der Rückzug des XIX. Korps begann, der erst mitder Einschiffung der letzten Truppenteile am 23. November 1918seinen Abschluss fand.

Die Österreicher trieben in diesen Jahren nicht nur die Verbesse-rung der Verkehrsinfrastruktur voran( dies lag primär im Interesse derBesatzer), sondern engagierten sich bei der Erforschung des Landesauf verschiedenen Gebieten:

,, Indessen arbeiteten Künstler und Gelehrte verschiedener Fächeran der Erforschung des Landes, nicht nur im Etappenraum, sondernauch in der Front und stellenweise selbst zwischen den Fronten; dieteilweise Ausgrabungen der in vorderster Linie gelegenen antikenStädte Apollonia und Byllis, die Aufdeckung zahlreicher andererantiker Siedelungen, Straßen und Brücken, verbunden mit einer groß-zügigen Bergungsaktion gefährdeter Denkmäler, dann weitgehendezoologische, botanische, geologische und ethnographische Studien,gekrönt von einer auf wissenschaftlicher Basis durchgeführten Volks-zählung, 10 sind die erfreulichen Ergebnisse dieser Kulturarbeit.***8 Neben Veith( wie Anm. 4) sei hier vor allem auf das umfassendste Werk zudiesem Thema verwiesen: Glaise- Horstenau, Edmund( Projektleiter): Öster-reich- Ungarns letzter Krieg 1914-1918, Bd. 4 und 5: Das Kriegsjahr 1916, 1.und 2. Teil, Wien 1933; Bd. 6: Das Kriegsjahr 1917, Wien 1936; Bd. 7: DasKriegsjahr 1918, Wien 1938; Bd. 7 wurde von Glaise- Horstenau gemeinsam mitRudolf Kiszling geleitet.

9 Zu den wichtigsten Unternehmungen aus kulturwissenschaftlicher Sicht gehörtdie Reise A. Haberlandts im Sommer 1916 nach Montenegro und Albanien, diein einer beachtlichen Publikation ihren Niederschlag fand: Haberlandt, Arthur:Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Volkskunde von Montenegro, Albanienund Serbien. Ergebnisse einer Forschungsreise in den von den k.u.k. Truppenbesetzten Gebieten( Zeitschrift für Volkskunde, Ergänzungsband XII zum XXIII.Jg. 1917). Wien 1917.

10 Vgl. dazu: Seiner, Franz: Ergebnisse der Volkszählung in Albanien in dem vonden österr.- ung. Truppen 1916-1918 besetzten Gebiete(= Schriften der Balkan-kommission, Linguistische Abteilung XIII). Wien und Leipzig 1922. Seiner