2002, Heft 3+ 4
Altsteirisches Rühmen Mariens als Helferin
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den Jüngsten Tag aufschieben, bis die Frauen entbunden und dieSünder Buße getan haben Pred njim kleči Marija
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prosi, naj
odgodni sodni dan, da žene porodijo in se grešniki spokorijo.
In einer weiteren Fassung aus der alten Untersteiermark, aus Framam Ostrand des Bachern- Gebirges( slowen. Pohorje, einst Frauheimbei Marburg an der Drau, Maribor), geht es wieder um Mariens ,, Bitteum Aufschub des Jüngsten Gerichtes". Über ein weites Feld führt eineStraße. Auf ihr ,, geht der hl. Johannes". Ihm begegnet Maria. Sie fragtihn, wohin er gehe. ,, Johannes sagt, er gehe nach Jerusalem, denJüngsten Tag zu machen- Johan pove, da gre v Jeruzalem delat sodnidan." Da erschrickt Maria und ,, bittet ihn, es nicht zu tun wegen derschwangeren Frauen und Kinder – Marija prosi, naj ga ne dela zaradinosečih žen in otročičev“. Das lehnt Johannes mit den Worten ab,,, daß schon ein siebenjähriges Kind für tausend Jahre Sünden began-gen habeda ima sedemletno dete grehov za tisoč let“. Trotzdembleibt Maria bei ihrer Bitte ,, zu warten, bis die Frauen entbunden unddie Kinder gebeichtet haben- naj počaka, da žene porodijo in seotroci izpovedo".
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Auch hier wieder ein für slowenische Lieder fast typischer Ein-gang: das ,, weite Feld, darüber eine Straße“. Auf ihr geht ,, der hl.Johannes". Würde man des weiteren in den Gedankengängen einerArt bei religiös bestimmten Liedern so oft in Erscheinung tretenden,, Unklarheiten" genauer fragen, welcher ,, Johannes" hier gemeintsein müsse, so würde man Johannes den Täufer als„, Vorläufer"( griech. Prodromos) des„ Herrn“ gewiß nicht in Betracht ziehen.Gemeint ist beim ,, Volke" hier doch wohl Johannes, der ,, Lieblings-jünger Christi“( nach Joh. 19, 26). Ihm ist ja Maria vom Crucifixusselber in der Todesstunde auf Golgatha anvertraut worden. In den garnicht wenigen Apokryphen um ,, Johannes den Evangelisten“ 13 soll erseine ihm vom sterbenden Christus zugesprochene ,, Mutter“ mit nachEphesus genommen haben. Immer noch zeigt man dort ein Haus, indem die beiden gewohnt haben sollen. Dieser Johannes muß wohlgemeint sein in der Fünfzahl der so benannten Gestalten der Bibel.14
13 Hennecke, Edgar, Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen indeutscher Übersetzung. 4. Aufl. I. Bd.: Evangelien. Tübingen 1968, S. VI, Grup-pe E, Nr. 6 f., S. 229-243 und dies.: II. Bd., S. 125-176.
14 Calvocoressi, Peter: Who's who in der Bibel. Aus dem Englischen von AngelaHausner(= dtv 11313). München 1990, 6. Aufl. 1996, S. 133-137.