2002, Heft 1 Die Tramperbewegung in Böhmen, Mähren und der Slowakei
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weniger mit der Politik des Staates identifizierten. Astracháni- daswaren also jene, die sich aufgrund ihrer besseren wirtschaftlichen undsozialen Position von den eher proletarischen trampi abgrenztenindem sie beispielsweise mit dem eigenen Fahrzeug in die Naturhinausfuhren.
Ebenso kurz wie die anarchisch- proletarische Phase der Frühzeitwährte die Zeit, in der, wie das ebenfalls anfänglich der Fall gewesenist, das Tramperwesen von den Männern dominiert wurde, in derMädchen und Frauen zwar akzeptiert, aber in der Regel nur in dentraditionellen weiblichen Rollen, als ,, squaws" eben, gesehen wordensind. Der Wandel in dieser Einstellung mag damit zusammenhängen,dass das trampování bald für breitere städtische Schichten, insbeson-dere für die städtische Intelligenz attraktiv geworden ist und auchzunehmend die künstlerische Avantgarde angezogen hat.
Sprachliche Sonderheiten
Die Umgangssprache der Tramper hebt sich deutlich von der Um-gangssprache der„, Nichttramper" ab- einerseits durch einen hohenAnteil von Wörtern, die der Unterschicht entstammen, und anderer-seits durch Fachtermini, die Außenstehenden unverständlich sind.Wichtige Quellen für diese Sprache sind vor allem die Tramperliedersowie Tagebücher- im Tramperslang cancáky genannt--, Zeitschrif-ten, Flugblätter und diverse unregelmäßig erscheinende Broschüren.Ein literarisches, gleichwohl ironisierendes Denkmal haben dieSchriftsteller Vlast. Rada und Jar. Žák in der Zwischenkriegszeit demtschechischen Tramping gesetzt, nämlich im Teil Dobrodružství šestítrampů( ,, Abenteuer von sechs Trampern“) ihrer Bohatýrská trilogie( ,, Heldentrilogie"), der zugleich eine kulturhistorische Quelle zurTramperbewegung darstellt.
Die oben angedeutete„, amerikanische Orientierung“ hat ihrenNiederschlag auch in den englischen Spitznamen gefunden, die sich
7 Nicht wenige Künstler sympathisierten mit den Trampern bzw. waren selbstTramper, so beispielsweise die Schriftsteller G. Včelička, F. Bidlo, VI. Rada undJar. Žák.
8 Zwei solcher Tagebücher konnte ich einscannen; sie können im Institut fürSlawistik der Universität Wien eingesehen werden( Bibliothek: CD- ROM, VítekCancák, Gabina Cancák).