Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde125 (2022) / N.S. 76Gerber, Sophie; Kühnlenz, Sophie: Feminist and Queer Perspectives on Food

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Feminist and Queer Perspectives on Food : queere und feministische Perspektiven auf Essen und Ernährung für eine kritisch-reflexive Museumspraxis
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Sophie Gerber und Sophie Kühnlenz, Feminist and Queer Perspectives on Food

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dafür, race als erkenntnistheoretische Perspektive in allen Bereichender Produktion und Konsumption von Technik einzubeziehen unddie Herausforderungen beim Lokalisieren von Quellen für diesenBlick auf Technik und Arbeit nicht nur als Problem, sondern auch alsPotenzial zu begreifen. Historiker_innen, so Williams- Forson, habendie Aufgabe,( sich) immer wieder zu fragen, wer und was in Samm-lungen und Archiven fehlt, Geschichten kritisch zu beleuchten undrace mitzudenken, auch wenn es für die untersuchten Subjekte( vor-dergründig) keine Rolle spielt. Am Beispiel von George WashingtonsMount Vernon Home Estate und der Überlieferung von Plantagen-Geschichten diskutierte sie die Gatekeeper- Funktion zum Beispielvon Frauenvereinen, die sich der Bewahrung einer romantisiertenHaus-, Pflanzen- und Architekturgeschichte dieser Orte annahmenund Themen wie Arbeit und insbesondere Sklavenarbeit SchwarzerMenschen aktiv ausklammerten. Gerade die Führung des Haushaltsund die Besorgung und Zubereitung von Essen bieten hier weitrei-chende Anknüpfungspunkte, sich mit race, class, gender und weiterenUngleichheitskategorien auseinanderzusetzen. Materielle Zeugnissewie der Tagesplan eines versklavten Kochs, eine Zuckerdose, eineRührschüssel oder eine Teetasse, so Williams- Forson, eröffnen neueMöglichkeiten zu fragen, wer das Objekt hergestellt und genutzt hat,wo die Materialien dafür herkommen, wofür das Objekt gedachtwar, welche Form es hat und warum es aufbewahrt und musealisiertwurde. The absent potential zu finden, auf Spannungen und Wider-sprüche hinzuweisen und vermeintlich unscheinbare Alltagsgegen-stände zum Ausgangspunkt von Geschichten über Ernährung, raceund Technik zu machen, ist ein bisher wenig erforschtes Feld, in demes viel zu entdecken gibt, so das Fazit.

In the Name of Fat

Am zweiten Tag des Workshops stand zunächst das Feld der FatStudies im Rahmen eines Workshops von Anja Herrmann( Berlin)im Mittelpunkt. In Verbindung mit dem kuratorischen Spiel In theName of Fat von Ana Daldon( TMW) diskutierten die Teilnehmen-den theoretische Zugänge zu Fett, Körper und Ernährung und ent-wickelten anschließend ein Ausstellungskonzept zum Thema. DieAssoziationen der Teilnehmenden zum Thema Fett als Startpunkt