Anne Dippel, Stein- Zeit
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beantworten, schien mir die Physik geeignet. So beschloss ich schonim ersten Wiener Sommer, gerade als ich aus dem Fenster in mei-nem untergemieteten Zimmer in der Albertgasse 24, siebter Bezirk,den Blättern im Windspiel zuschaute, wohin es danach gehen sollte:zur Europäischen Organisation für Kernforschung( CERN). JedesFeld erlaubt, die Antworten zu geben, die wir als Feld- Ko- Erfin-dende überhaupt nur sehen können, auch das ist mit der Poesie desFeldes gemeint. Das zwischen der Schweiz und Frankreich gelegeneCERN schien mir für meine Habilitationspläne passend, denn es warein gänzlich anderes Feld als das meiner Dissertation, beherbergteaber ähnliche Problematiken: Die Community war postimperial undkosmopolitisch strukturiert, wie die Post- k. u. k.- Welt, in der ichErfahrung gesammelt hatte; hier wurde an einer kosmologischenErzählung mit Zahlen gearbeitet, die Gemeinschaft stiftete, währendin Österreich an einer nationalen Erzählung mit Worten gearbeitetwurde. Nicht zuletzt musste sich die Physik erfolgreich mit Beobach-terproblemen auseinandersetzen, ich glaubte, nicht ohne eine gewisseRomantik und Naivität, hier wäre ich mit Fragen nach Raum, Zeitund Erkenntnis also am richtigen Ort. Aber mit der Physik kamenstattdessen Spiel und Arbeit, Materialität und Medialität, Religionund Magie, Simulation und Skepsis, Medien und Werkzeuge digi-tal geprägter Kulturen in den Blick. Was Ethnografie heißt, habe ichdabei praktiziert und gelernt: Daten können noch so klar erscheinen- ohne Erzählung erfüllen sie Menschen mit Leere. Ethnografie ent-steht im Miteinander, braucht Freundschaft, Hingabe und Distan-zierungsvermögen.
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Was das Leben der Malinowskis anbelangt, blieben vonmeiner fachgeschichtlichen Lektüre vor allem drei Bemerkungen imGedächtnis, zum einen, dass Malinowski im Grunde stets der Liebegefolgt war also das Kairos gleichsam seines wissenschaftlichenWerdegangs-, und zum anderen, dass er die„ Trobriander" währendseiner Zeit in„ Kriegsgefangenschaft“/„ Feldforschung“ als Bürger derk. u. k.- Monarchie wie die„ most cunning Viennese business men“beschrieb, 46 denen er stets auch begegnete, während er den Sommerin den üblichen k. u. k.- Sommerfrische- Orten verbrachte. – Und dass
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Erinnerung der Lektüre im Feldtagebuch an Kuper( wie Anm. 40);Young( wie Anm. 34).