Anne Dippel, Stein- Zeit
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In Zeiten einer hitzig geführten Debatte zwischen einemdistanzierenden Rationalismus einerseits und einem erfahrungsba-sierten Subjektivismus andererseits wird besonders deutlich, dass dieheute verhandelten Debatten für mich als Kulturanthropologin miteinem geschichts- und kulturwissenschaftlich geprägten Hintergrundseit meiner ersten stationären Feldforschung in Wien Thema waren- und ich sie durch den Modus des Research Up geschickt umging.Am Donaustrand als Deutsche(„ Wunschösterreicherin“[ sissi tax],Piefke) unter Österreicher: innen( Staatsbürgerschaft, Sozialisation,„ Zwangsösterreicher: innen“[ sissi tax]) 42 stellte ich mir das ersteMal die Frage, was Ethnografie schreiben heißt, und die Unsicherheitder ethnografischen Situation als empirischer Forschungserfahrungbegleitete mich die gesamte Zeit im Forschungsfeld, während ich, dis-tanziert vom akademischen Feld, arbeitete ohne eine vom Schlage
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der Elsie Rosaline an meiner Seite.„ Österreich ist eine kleine Welt, inder die große Probe hält“, schrieb Elfriede Jelinek in ihrem Stück ImVerlassenen.43 Ich erlag der spezifischen„ Poesie des Feldes" und derFeldforschung. Es waren also, mit den Worten von Katharina Eisch-Angus und Marion Hamm, die feldforschungsspezifischen„ Verfüh-rungsqualitäten", die meine gesamte„ Wahrnehmung, Interpretation
42 Diese Diagnose hat die Schriftstellerin sissi tax in einem Privatgesprächim Jahr 2020 gestellt. tax, geboren 1954 in Köflach in der Steiermark,organisierte zuerst Literaturveranstaltungen und war unter anderem beimsteirischen herbst, aber auch im Berliner Literaturhaus tätig. Ihr Werk istu. a. im Verlag Droschl und Roter Stern verlegt worden und führt Dich-ten und Denken aufs Innigste zusammen. Sie gehört zu den wichtigstenGesprächspartnerinnen aus der Feldforschungszeit und wurde über dieseZeit hinaus eine enge Freundin.
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Elfriede Jelinek: Im Verlassenen( 2008), https: //www.elfriedejelinek.com/ famstet.htm( Zugriff: 3.5.2022). Aber das Bonmot sagte auch Berthavon Suttner, und zuvor schon Heinrich Grillparzer, Marie von Ebner-Eschenbach oder Josef Weinheber, der es wiederum von Friedrich Hebbelhaben soll der wiederum Urheber des Aphorismus während eines Pro-logs im Operntheater in Wien gewesen sein soll, am 26.2.1862. Davonwar ich während meiner über zweijährigen Feldforschung stets überzeugt,obwohl ich es manchmal eher mit Karl Kraus hielt, der von der„ öster-reichischen Versuchsstation des Weltuntergangs" sprach, einem Bild, dasauch in der„, Parallelaktion“ von Musils Mann ohne Eigenschaften fortlebt.Vor diesem Hintergrund wundert es nicht ohne Selbstironie- wenig,dass ich hier das Konzept des Signems entwickelte. Der Begriff bezeich-net Phänomene, die zwischen Signifikant und Signifikat oszillieren.