Jahrgang 
125 (2022) / N.S. 76
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ÖZV, LXXVI/ 125, 2022, Heft 1

aus kulturgeschichtlicher Perspektive, wie die vielfältigen Verflech-tungen zwischen Stadtbienen und Imker* innen, städtischen Verwal-tungen, Schulen und Verbänden, ihren relationalen Praktiken undArtefakten einen speziesübergreifenden Produktionszusammenhangherausgebildet haben.

Die mannigfaltigen in den Beiträgen präsentierten For-schungsansätze und-gegenstände sind erste kulturanalytischeZugänge zu Bioökonomien. In der Summe ist die Stärke der ethno-grafischen Methodik aufgrund des dokumentanalytischen Vorgehenseiniger Beiträge nicht immer deutlich. Eine Synthese der Beiträge hin-sichtlich des Mehrwerts ethnografischer Feldforschung und übergrei-fender Forschungsdesiderate hätte dem Band zu einer stärkeren Kon-turierung verholfen. Dennoch halten die Beiträge des Bandes jeweilssehr produktive Zugänge zum kontingenten Begriff und Phänomender Bioökonomie" bereit.

OLIVER MÜLLER

Christian Elster: Pop- Musik Sammeln. Zehn ethnografischeTracks zwischen Plattenladen und Streamingportal

(= Studien zur Popularmusik). Bielefeld: transcript 2021,238 Seiten.

In der geistes- und sozialwissenschaftlichen Beschäftigung mit Pop-musik besteht weitgehender Konsens, dass sich der Forschungsge-genstand nicht auf ein einheitliches Medium reduzieren lässt. Nachder inzwischen kanonischen Formulierung Diedrich Diederichsenshandele es sich bei Pop- Musik um einen Zusammenhang aus Bil-dern, Performances,( meist populärer) Musik, Texten und an realePersonen geknüpften Erzählungen, auf dessen Grundlage sich Ideen,Träume und Begehren artikulieren. Dieser Zusammenhang werdedurch die Leistung der Rezipient: innen hergestellt. Erst durch dieHörer, die Fans, die Kunden entstehe eine kulturelle Sphäre mitweltschaffendem und-stabilisierendem Charakter.'

1 Diedrich Diederichsen: Über Pop- Musik. Köln 2014, S. XI.