Literatur der Volkskunde
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gelungen. Diese Arbeit überzeugt durch einen fundierten theoreti-schen Rahmen, eine sinnvolle Platzierung von Forschungsmaterialienund eine nachvollziehbare Argumentation.
Die breit aufgestellte Thematik des Buches scheint zwar aneinigen Stellen von der einleitend vorgestellten Intention der For-schung fortzuführen und die Tiere als Akteure mit Agency ein Stückweit zurückzulassen, trotzdem gelingt Theißen eine wichtige Vertie-fung der soziokulturellen Dimensionen der Jagdforschung, die einesinnvolle Erweiterung zu bisherigen Arbeiten darstellt. Es ist nichtdas Ziel des Buches, die Jagd zu bewerten oder sich tierethisch zupositionieren. Vielmehr lädt es die Leser* innen ein, Antworten aufjene Fragen zu finden, die im Zeitalter des„ Anthropozän“ gestelltwerden müssen, und es zeigt auf, was wir über mehr- als- menschlicheWelten lernen sollten, um bewusster in ihnen zu leben.
CLARA GHISLAINE IBOLD
Juraj Zajonc: Svätí s menom Valentín a sviatky zamilovaných.[ Heilige mit dem Namen Valentin und Feste der Liebenden].Etnologické štúdie[ Ethnologische Studien], 44.
Bratislava: VEDA vydavateľstvo Slovenskej akadémie vied[ VEDA Verlag der Slowakischen Akademie der Wissenschaften]2020, 152 Seiten, zahlr. Abb.
Juraj Zajonc – erfahrener und etablierter Mitarbeiter des Instituts fürEthnologie und Sozialanthropologie der Slowakischen Akademie derWissenschaften- widmet sich schon längere Zeit der Erforschungvon Feiertagen und ihren Transformationen. Einen besonderenSchwerpunkt in seiner Arbeit bilden die zahlreichen„ neuen Feier-tage", welche sich in der Slowakei nach der politischen Wende von1989 durchgesetzt haben. Es geht zum Beispiel um Halloween oderden Tag des heiligen Valentin – den Feiertag der Verliebten. Währendseiner Arbeit zu diesem Thema hat Zajonc festgestellt, dass in derFachliteratur Publikationen fehlen, die ein Gesamtbild der Entwick-lung dieses Feiertages in Europa vermitteln. Mit seiner Monografiesetzt er sich zum Ziel, diesen Mangel zu kompensieren.