Literatur der Volkskunde
Johannes Müske, Ute Holfelder, Thomas Hengartner( Hg.):
Fixing and Circulating the Popular: Ethnographies ofTechnology, Media, Archives and the Dissemination of Culture(= Kulturwissenschaftliche Technikforschung 6).
Zürich: Chronos 2020, 164 Seiten.
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Der Sammelband Fixing and Circulating the Popular bringt neun Bei-träge zusammen, in denen aus empirisch- kulturwissenschaftlicherPerspektive danach gefragt wird, wie populäre Kultur über unter-schiedliche Speichertechnologien fixiert und zirkuliert wird. Damitgeht es zum einen um Praktiken des Aufnehmens, Speicherns, Archi-vierens und Inventarisierens von Populärkultur, zum anderen umderen Medialisierung, Zirkulation und Rezeption sowie um Effekteder Aneignung, Interpretation und Inwertsetzung. Das Spektrum derbetrachteten Aufnahmen in den überwiegend ethnografisch grundier-ten Beiträgen reicht von Handyvideos und-fotos über Tonbandauf-nahmen von Volksliedern bis zu archivalischen Daten über Volksme-dizin und Hausforschungen. Der Band geht zum Teil zurück auf einPanel des SIEF- Kongresses 2013 in Tartu, zum Teil auf die Aktivi-täten des von Thomas Hengartner ins Leben gerufenen Forschungs-kollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung. In der Einleitungskizzieren Ute Holfelder und Johannes Müske die Ausrichtung desBandes und nehmen eine kurze historische Kontextualisierung volks-kundlicher Sammlungen vor, die sie mit Fragen nach dem Einflussvon Medientechnologien auf die Speicherung und Verbreitung von( volkskundlichem) Wissen verknüpfen. Der Beitrag Thomas Hen-gartners über Technikforschung als Alltagskulturforschung prä-sentiert das Forschungsprogramm einer kulturwissenschaftlichenTechnikforschung anhand von dezidierten Perspektiven, die sowohlmethodisch als auch über ihre theoretischen Bezüge einen Rahmenfür die weiteren Artikel des Bandes darstellen. Hengartner betontdie Notwendigkeit, dass eine ethnografische Erforschung der„ Kul-türlichkeit von Technik“ und„ Technizität von Kultur" als transdiszi-plinäres Projekt gedacht wird( S. 30), das Verbindungen zu anderentheoretischen Ansätzen und innerdisziplinären Verständnissen vonTechnik ebenso reflektieren muss wie den alltäglichen„ Sitz der Tech-nik im Leben“.