Jahrgang 
125 (2022) / N.S. 76
Seite
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Chronik der Volkskunde

Bericht zur Tagung Urban Space and Landscapes.Stadt- und Raumforschung im Nexus zwischen Theorieund Empirie, Institut für Europäische Ethnologie Wien,25. und 26. November 2021

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Wie können wir Raumtheorie als analytisches Werkzeug eigent-lich fassen? Und wie können( Stadt-) Raumforschungen und( Stadt-)Raumtheorien sinnvoll miteinander verbunden werden? Der Diskus-sion dieser Fragen näherten sich die Teilnehmer: innen dieses zwei-tägigen multidisziplinären Online- Workshops anhand vielfältigerThemen, konkreter Beispiele aus ihrem Forschungsalltag und unter-schiedlicher empirischer Zugänge und Methoden. Die beiden Ver-anstalterinnen Sarah Nimführ( Linz) und Cornelia Dlabaja( Wien)hatten die Teilnehmenden im Vorfeld gebeten, kurze Videoclipseinzureichen, die als thematische Einführung zum jeweiligen Vor-trag dienten und bereits als Vorbereitung für die Tagung gesichtetwerden konnten. Über beide Tage verteilt, fanden zwölf 15- minütigeVorträge statt, die in drei thematische Panels Raumwahrnehmung,relationale Raumtheorie sowie kritische Raumtheorie unterteiltwaren. Einen besonderen Einblick in Raumtheorien und Methodender Raumforschung erhielten die Teilnehmenden in der Keylecturevon Martina Löw( Berlin).

Cornelia Dlabaja( Wien) hielt mit Stadt- und Raumfor-schung im Nexus von Theorie und Empirie den Einführungsvor-trag zu Thema und Titel der Tagung. Darin gab sie Einblicke inRaumkonzepte, Raumtheorien sowie Formen der visuellen Reprä-sentation von Raum. Einen besonderen Fokus legte Dlabaja dabeiauf das in den Sozial- und Kulturwissenschaften vorherrschende Ver-ständnis relationaler Raumproduktionen, welches sich vor allem seitdem Vollzug des Spatial Turn in den 1980er Jahren dort etablierthat. Zu Beginn ihres Vortrages hob sie zudem hervor, dass Raum-theorien eng mit Gesellschaftsanalysen verbunden seien, und führtediese Feststellung im Laufe ihres Vortrages zum einen anhand ihrerLehrerfahrungen aus, zum anderen aber auch am Beispiel ihrer lau-fenden Forschungsprojekte zu umkämpften Raum- und Bedeutungs-produktionen in der Wiener Seestadt Aspern sowie der HafenstadtVenedig.