Chronik der Volkskunde
Bericht zur Tagung„ Urban Space and Landscapes.Stadt- und Raumforschung im Nexus zwischen Theorieund Empirie“, Institut für Europäische Ethnologie Wien,25. und 26. November 2021
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Wie können wir Raumtheorie als analytisches Werkzeug eigent-lich fassen? Und wie können( Stadt-) Raumforschungen und( Stadt-)Raumtheorien sinnvoll miteinander verbunden werden? Der Diskus-sion dieser Fragen näherten sich die Teilnehmer: innen dieses zwei-tägigen multidisziplinären Online- Workshops anhand vielfältigerThemen, konkreter Beispiele aus ihrem Forschungsalltag und unter-schiedlicher empirischer Zugänge und Methoden. Die beiden Ver-anstalterinnen Sarah Nimführ( Linz) und Cornelia Dlabaja( Wien)hatten die Teilnehmenden im Vorfeld gebeten, kurze Videoclipseinzureichen, die als thematische Einführung zum jeweiligen Vor-trag dienten und bereits als Vorbereitung für die Tagung gesichtetwerden konnten. Über beide Tage verteilt, fanden zwölf 15- minütigeVorträge statt, die in drei thematische Panels – Raumwahrnehmung,relationale Raumtheorie sowie kritische Raumtheorie unterteiltwaren. Einen besonderen Einblick in Raumtheorien und Methodender Raumforschung erhielten die Teilnehmenden in der Keylecturevon Martina Löw( Berlin).
Cornelia Dlabaja( Wien) hielt mit„ Stadt- und Raumfor-schung im Nexus von Theorie und Empirie“ den Einführungsvor-trag zu Thema und Titel der Tagung. Darin gab sie Einblicke inRaumkonzepte, Raumtheorien sowie Formen der visuellen Reprä-sentation von Raum. Einen besonderen Fokus legte Dlabaja dabeiauf das in den Sozial- und Kulturwissenschaften vorherrschende Ver-ständnis relationaler Raumproduktionen, welches sich vor allem seitdem Vollzug des Spatial Turn in den 1980er Jahren dort etablierthat. Zu Beginn ihres Vortrages hob sie zudem hervor, dass Raum-theorien eng mit Gesellschaftsanalysen verbunden seien, und führtediese Feststellung im Laufe ihres Vortrages zum einen anhand ihrerLehrerfahrungen aus, zum anderen aber auch am Beispiel ihrer lau-fenden Forschungsprojekte zu umkämpften Raum- und Bedeutungs-produktionen in der Wiener Seestadt Aspern sowie der HafenstadtVenedig.