Chronik der Volkskunde
Bericht zur Konferenz ,, Verletzbarkeit& Institutionen.
Anrufen- Aushandeln- Antworten", Universität Innsbruck,28. bis 29. September 2021
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Welche Rolle spielen institutionelle Strukturen, wie Bildungsein-richtungen oder Behörden, bei der soziokulturellen Herstellung, Auf-rechterhaltung und Intensivierung von Verletzbarkeit?
Dieser Frage nachzugehen, luden die OrganisatorinnenMichaela Bstieler( Institut für Philosophie, Universität Innsbruck),Sarah Nimführ( Abteilung Kulturwissenschaft, KunstuniversitätLinz), Stephanie Schmidt( Institut für Geschichtswissenschaften undEuropäische Ethnologie, Universität Innsbruck) und Judith Welz( Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck) virtuell nach Inns-bruck. Mit Verweis auf Judith Butler gingen sie davon aus, Verletz-barkeit sei eine„ Primärerfahrung des Ausgeliefertseins" im gesell-schaftlichen Zusammenleben, die unterschiedlich wahrgenommen,angeeignet und umgedeutet wird. In den Fokus der Tagung stelltendie Organisatorinnen Diskurse und Praktiken des Anrufens einzelnerSubjekte oder Subjektpositionen als verletzbar, das Aushandeln dieserZuschreibungen und das Antworten darauf innerhalb institutionellerSettings. Institutionen wurden dabei nicht als homogene Gebilde ver-standen, doch aber als konkrete, physisch lokalisierbare Orte, in denensich auf je unterschiedliche und spezifische Weise Kräfte bündeln.Mit acht Panels an zwei Tagen und insgesamt 22 Beiträgen nebender Keynote„ Für ein Sorge tragendes Kino“ von Brigitta Kuster( Ber-lin) und einer Kunstperformance von Judith Klemenc( Innsbruck):„ Muschel- Stadtrandläuten. Answers From The Periphery", bot dieVeranstaltung ein dichtes Programm und vielfältige Anregungen.
Der Kürze des Formats geschuldet, wird im folgendenBericht auf Vollständigkeit verzichtet, verweisen möchte ich aber aufdas online veröffentlichte Abstract- Booklet, eine Auswahl an aufge-zeichneten Beiträgen und die Ankündigung eines Forschungsbandes."
Das erste Panel( moderiert von Flavia Guerrini, Innsbruck)ging der Frage nach, welche Praktiken die Universität zum Schauplatzvon Verletzbarkeit werden lassen. Frede Macioszek( Berlin) machte
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https://www.uibk.ac.at/fsp-kultur/verletzbarkeit-institutionen/.