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ÖZV, LXXVI/ 125, 2022, Heft 1
sich laut eigener Aussage oft und mit geringem Erfolg um ostgalizi-sche Kooperationspartner und fand einen solchen letztlich in Franko.Gemeinsam waren sie an der Organisation jener Expedition beteiligt,die„ eine halbwegs vollständige ethnografische Sammlung der Bojkenfür das Museum für öst. Volksk." 4 bescheren sollte.
Deutschsprachige Quellen wie der Bericht Frankos waren bis-lang die zentrale Forschungsgrundlage, lassen jedoch einige Fragenoffen. Zu diesen gehört besonders, wo die 500 Fotografien, die aufder Expedition entstanden seien, eigentlich geblieben sind, denn in derFotosammlung des Volkskundemuseums Wien finden sich lediglichacht.5 Mir scheint, dass der einseitige Bezug auf diese lückenhaft erhal-tenen Quellen zu einem verengten Blick auf die Expedition geführt hat.Die Rolle Frankos und der Kontext der Expedition im Allgemeinenmüssen mithilfe ukrainischer Quellen neu eingeordnet werden. Hier-durch lassen sich auch die Briefe von Haberlandt an Franko neu lesen.Ziel meines Beitrags ist, die Forschungsreise und ihre zahlreichen Ver-flechtungen zu skizzieren, um in einem zweiten Schritt festzuhalten,wo sich welche Fotografien nach heutigem Kenntnisstand befinden.Einerseits haben mich diverse Anfragen davon überzeugt, dass für alljene, die nach diesen Fotografien suchen oder sie kontextualisierenmöchten, diese Darstellung einen gewissen praktischen Wert habenwird, auch wenn noch nicht jedes Positiv gefunden ist. Andererseitslassen sich an diesem Beispiel vortrefflich die Logiken und Ökono-mien wissenschaftlicher Forschungsreisen im frühen 20. Jahrhundertund manche Herausforderung brieflicher Kommunikation durch Mit-telsleute nachvollziehen.
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der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, 20). Wien 2006. ZuHintergründen der Disziplin in der Habsburgermonarchie: Peter Stachel:Die Harmonisierung national- politischer Gegensätze und die Anfängeder Ethnographie in Österreich. In: Karl Acham( Hg.): Geschichte derösterreichischen Humanwissenschaften. Bd. 4: Geschichte und fremdeKulturen. Wien 2002, S. 323-368.
Haberlandt an Franko, 24.6.1904, zit. nach Klaus Beitl: Lemberg- Wienund zurück. Die persönlichen und institutionellen Beziehungen zwischender ukrainischen und österreichischen Volkskunde auf dem Gebiet derregionalen Ethnographie im damaligen Kronland Galizien. Zur Einfüh-rung eines Symposions. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 4( 100), 1997, S. 451-478, hier S. 469, Hervorhebung im Original.Fotosammlung des Volkskundemuseums Wien, pos/ 1128-1135.