Jahrgang 
126 (2023) / N.S. 77
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ÖZV, LXXVII/ 126, 2023, Heft 2

wie es ihnen gelingt oder nicht gelingt, das idealtypische Bild derStadt zu propagieren und davon ökonomisch zu profitieren. Pezinokwird dabei als eine Stadt mit einer sehr dynamischen Entwicklungbeschrieben, Modra dagegen als eine ruhige Stadt, die außer Wein-bau und ruraler Touristik auch andere Traditionen, zum Beispiel dieHerstellung von Keramik, vermarktet.

Zusammenfassend zeichnet sich die wissenschaftliche Mono-grafie der Volkskundlerin Katarína Popelková durch anregende Theo-rien, eine sehr präzise methodologische Herangehensweise und durchhervorragende Analysen der empirischen Daten aus. Die Autorin hatzweifellos viele neue Erkenntnisse gewonnen, die zu weiteren For-schungen motivieren.

GABRIELA KILIÁNOVÁ

Inga Reimers: Essen mit und als Methode. Zur Ethnographieauẞeralltäglicher Mahlzeiten(= Edition Kulturwissenschaften, 261).Bielefeld: transcript 2022. 358 Seiten, 11 Abb.

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Der Titel dieses Werks ist klar und wohldurchdacht: Die vorrangigeIntention von Inga Reimers ist die empirisch- theoretische Entwick-lung eines Forschungsinstrumentariums und dessen experimentelleErprobung in sogenannten Ess- Settings, also außeralltäglichen Kons-tellationen kollektiven Essens, die mit spezifischen Zielen und Regelnverknüpft sind. Dennoch war ich als Leser ein wenig überrascht, wirk-lich keinen klassischen Beitrag zur Nahrungsethnologie in Händenzu haltenkeine empirische Studie, die ein im Alltag vorgefundenesFeld analysiert. Dagegen zielt Reimers auf die kulturwissenschaftlicheHerstellung eines Feldes und das Etablieren einer Methode ab; sieversteht ihre Forschung primär als einen Beitrag zur Methodendiskus-sion, der in die Praxis einer sinnlich- informierten Ethnografie mündensoll. Das macht die Arbeit anschlussfähig für vielfältige Interessen. Beidiesem Buch handelt es sich um die überarbeitete Fassung ihrer 2021an der HafenCity Universität Hamburg vorgelegten Dissertation.Erstgutachterin war Alexa Färber, Zweitgutachterin Kathrin Wildner.