Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde126 (2023) / N.S. 77Faber, Monika; Keckeis, Martin: Ölrausch und Huzulenkult – fotografische Streitobjekte aus Galizien und der Bukowina

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Ölrausch und Huzulenkult – fotografische Streitobjekte aus Galizien und der Bukowina : eine zusammenfassende Betrachtung
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Monika Faber und Martin Keckeis, Ölrausch und Huzulenkult

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( Bukarest) gesandten Bilder ausschließlich auf das Gebiet mit einemgroßen rumänisch sprechenden Bevölkerungsanteil fokussierten, 21 aufdas Karl I. Herrschaftsanspruch erhob, präsentierten die für Wienbestimmten Fotografien ein breiteres Spektrum an Landschaften und Typen"-Darstellungen. Diese wurden- umgesetzt in Holzschnitteund Chromozinkografien auch noch als Vorlagen für Illustrationenin den beiden ebenfalls gezeigten Bänden Galicien( 1898) und Buko-wina( 1899) des monumentalen, in 24 Bänden erschienenen Kron-prinzenwerkes"( Die österreichisch- ungarische Monarchie in Wort undBild) verwendet.

Raum 2: Dokumentation von Infrastruktur und Industrie

Den Auftakt der Präsentation der wirtschaftlichen Entwicklung inder Region im zweiten Ausstellungsraum bildeten visuelle Belegeihrer Anbindung an die Zentren der Monarchie. Als Galizien undLodomerien( inklusive der damals noch nicht eigenständigen Buko-wina) im 18. Jahrhundert durch machtpolitische Entscheidungen zuÖsterreich kamen, gab es keine natürliche Ost- West- Verbindung, dieeinen Güter- oder Truppentransport erlaubt hätte. Die infrastruktu-relle Erschließung war daher sowohl militärstrategisch als auch wirt-schaftspolitisch unumgänglich, denn die zugänglichen Wasserstraßenführten ausschließlich von Norden nach Süden beziehungsweise Süd-osten und umgekehrt.22

In den Jahren 1858 bis 1861 finanzierte eine Gruppe von pol-nischen Großgrundbesitzern um Fürst Leon Sapieha die Carl- Lud-wigs- Bahn von Kraków( Krakau) nach L'viv( Lemberg), der öst-lichsten administrativen Hauptstadt der Monarchie. Damit war dieerste West- Ost- Verbindung auf Schiene rein auf galizischem Gebietgeschaffen. In den Folgejahren durch mehrere Anschluss- und Trans-versalbahnen erweitert, war 1866 eine durchgehende Zugverbindung

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Nationalbibliothek Bukarest, Inv.-Nr. Foto 45253. Die Mappe mit NamenBroşteni( Dorf in der Bukowina, heute Rumänien) enthält 44 Fotografien( Landschaften und Gruppenporträts, keine Typen- Bilder").

Die wichtigsten Verkehrsadern führten über die Weichsel in das Balti-kum( mit der Handelsstadt Danzig an deren Mündung) und nach Nord-deutschland, über Dnipro( Dniepr), Dnister( Dniestr) und Dunaivtsi( Donau) in Richtung Schwarzes Meer.