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ÖZV, LXXVII/ 126, 2023, Heft 2
Die Ethnografische Ausstellung in Kolomea 1880 war nun dieerste derartige Präsentation in den Kronländern Galizien und Buko-wina selbst. Hier sollte vor allem den Huzulen besonderes Augen-merk geschenkt, aber auch bewusst ihre Handwerkskunst durch einegrößere Öffentlichkeit gefördert werden. Dieser Umstand spiegeltesich in der Außendarstellung wider. So zeigte etwa die Collage ausder Rezension in der illustrierten Wochenzeitung Klosy vom 21. Mai1881, die ebenfalls auf Fotografien von Dutkiewicz basierte, neben derAnsicht des Ausstellungspavillons die Leitfigur huzulischer Schnitz-kunst schlechthin, Jurko Skryblak, gemeinsam mit seiner Frau. SeineFotografien vertrieb Dutkiewicz in der Folge selbst 18 und spracherfolgreich über Annoncen und Zwischenhändler ein überregionalesPublikum an. Er überreichte- strategisch geschickt- eigens zusam-mengestellte Mappen mit Abzügen auf eleganten Untersatzkartonsals Geschenke an Kaiser Franz Josef I.( Erinnerungen an Kolomea) 19oder König Karl I. von Rumänien nach deren jeweiligen Besuchen( 1880 beziehungsweise 1883) in der Region. Ebenso platzierte er siein musealen Sammlungen, aus denen teils die Leihgaben für unsereAusstellung stammten.20 Zwei Bildschirme, die jeweils die Gesamt-heit der an den österreichischen Monarchen und den rumänischenKönig gegangenen Fotografien zeigten, machten die gezielte Auswahldeutlich, welche die unterschiedlichen Interessen der beiden Emp-fänger an der Region widerspiegelte: Während die nach București
Gelände unterhielt. Die umfassende fotografische Begleitung war inter-national beispielgebend für sämtliche darauffolgende Ausstellungen.17 Allerdings führten die zahlreichen Disparitäten zwischen den in Galizienheimischen Nationalitäten und ihren jeweiligen Kulturvereinen dazu, dassgleichzeitig zwei Ausstellungen ausgerichtet wurden: Von einem polnischdominierten Komitee die Ethnografische Ausstellung und von ruthenischenOrganisatoren eine Volkswirthschaftliche Ausstellung. Vgl. Das Vaterland,16.9.1880, S. 4: f.
18 Wie von Stempeln auf den Fotorückseiten belegt, benützte Dutkiewiczein überregionales Vertriebsnetz vor allem von Papier- und Buchhändlern.Wie Anm. 13.
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Museum für angewandte Kunst, Wien, Inv.-Nr. KI 5477. Das 1887 über-gebene Konvolut umfasst„, 90 Stück photographische Aufnahmen vonLandschaften ,, Typen' und Trachten“; im selben Jahr erging ein identesKonvolut an das Museum für Kunst und Industrie in Lemberg sowie andie Akademie der Wissenschaften in Krakau.