Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde126 (2023) / N.S. 77Faber, Monika; Keckeis, Martin: Ölrausch und Huzulenkult – fotografische Streitobjekte aus Galizien und der Bukowina

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Ölrausch und Huzulenkult – fotografische Streitobjekte aus Galizien und der Bukowina : eine zusammenfassende Betrachtung
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Monika Faber und Martin Keckeis, Ölrausch und Huzulenkult

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verkauft und sorgten ihrerseits wiederum dafür, dass Informationenzusätzlich jenseits des Ausstellungsorts zirkulierten.

Breite Verwendung fand die Fotografie auch in der im ers-ten Raum präsentierten Ethnografischen Ausstellung in Kolomea 1880[ Wystawa Etnograficzna Pokucia Kołomyi], die sich mit der Darstel-lung der Bevölkerung und Bräuchen der Region Pokuttia( Pokutienbeziehungsweise polnisch: Pokucie) auseinandersetzte. Dank derForschungen von Ewa Manikowska10 wissen wir, dass die Initiativedazu von Mitgliedern des Polnischen Tatravereins[ Polskie Towar-zystwo Tatrzańskie] ausging, einem Pendant zum ÖsterreichischenAlpenverein, der sich der Kartografierung und Erschließung deröstlichen Karpaten widmete." 1879 hatte Dutkiewicz den Auftragerhalten, insbesondere den Chornohora-( Tschornohora-) Gebirgszugin Pokutien für die Ausstellung zu fotografieren. Das Ergebnispräsentierte man gemeinsam mit anderen Landschaften und Typen-Bildern( einem weiteren Auftrag des Tatravereins) aus derselbenGegend neben Trachtenpuppen und Produkten der Hausindustrie ineinem eigenen Teil des Pavillons.12 Auf dem im Volkskundemuseum

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( Inv.-Nr. Foto2004/ 30), der Industriebetriebe in Galizien besaß und ent-sprechend auch Teilnehmer der Landesausstellung für Landwirtschaft undGewerbe in L'viv( Lemberg) 1877 war. Von dieser Ausstellung existieren inWien zwei Mappen vom Fotografen Edward Trzemeski( Albertina, Inv.-Nr. FotoGLV2000/ 2551/ 6 bzw. Volkskundemuseum, Inv.-Nr. pos/ 105).Pokutien umfasst ein Gebiet im Südosten Galiziens zwischen den FlüssenPruth und Czeremosz am Übergang zur Bukowina( heute ukrainisch-rumänisches Grenzgebiet).

Ewa Manikowska und Martin Rohde haben dankenswerterweise als

wissenschaftliche Berater für die Ausstellung Ölrausch und Huzulenkultgewirkt. Sie teilten nicht nur ihre unvergleichliche Fachkenntnis, sonderngewährten uns auch einen Einblick in polnisch- und ukrainischsprachigeQuellen und Fachliteratur, die uns sonst verborgen geblieben wären.Der Verein wurde 1873 in Kraków( Krakau) gegründet( gleichzeitig miteinem ungarischen Karpatenverein in Kesmark), 1876 folgte ein Ablegerin Stanyslaviv( Stanislawow) und 1878 einer in Kolomea. Vgl. PatriceM. Dabrowski:, Discovering" the Galician Borderlands. The Case ofthe Eastern Carpathians. In: Slavic Review 64, 2005, S. 380-402. ZurGeschichte der Ausstellungsorganisation vgl. Ewa Manikowska: Photo-graphy and Cultural Heritage in the Age of Nationalism. Europe's EasterBorderlands( 1867-1945). London u. a. 2019, S. 84-90.

Marceli Antoni Turkawski: Wystawa etnograficzna Pokucia w Kołomyi.Kraków 1880, S. 35.