Monika Faber und Martin Keckeis
Ölrausch und Huzulenkult-fotografische Streitobjekteaus Galizien und der Bukowina.Eine zusammenfassende
Betrachtung¹
Die modernste Industrie in der ärmsten Region: Nirgends pralltendie Gegensätze stärker aufeinander als an der Peripherie der Habsbur-germonarchie. Während Erdölingenieure und Spekulanten Galizienund die Bukowina in die Moderne katapultierten, suchten Ethno-grafen² in den schwer zugänglichen östlichen Karpaty( Karpaten) ³ beiden dort lebenden Menschen nach den Resten einer vermeintlichenUrsprünglichkeit, nach ungebrochenen Traditionen in Kleidung oder
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Die gleichnamige Ausstellung war von 18.11.2022 bis 31.3.2023 imVolkskundemuseum in Wien zu sehen.
In unserem Zusammenhang muss tatsächlich bis auf wenige Ausnahmenwie etwa Reisende, Schriftstellerinnen und Sammlerinnen von reinmännlichen Akteuren ausgegangen werden. Entsprechend wird, wo esangebracht ist, auf eine gendergerechte Formulierung bewusst verzichtet,um die damaligen Gegebenheiten nicht verfälscht darzustellen.Ukrainisch: Kapпати: wissenschaftliche Transliteration: Karpaty;Polnisch: Karpaty. Da die Region„ Galizien und Bukowina" damals wieheute nicht nur ein mehrsprachiges Gebiet war und ist und unterschied-liche Schriften verwendet wurden und werden, ist die Entscheidung, inwelcher Form Ortsnamen angegeben werden sollen, politisch zu lesen.Die heutigen Anforderungen politischer Korrektheit stimmen mit denhistorischen Gegebenheiten nicht überein. Da die Grundlagen dieserDivergenz ein wesentliches Thema dieser Ausstellung waren, haben wirnach einer möglichst neutralen Lösung gesucht: Bei der ersten Nennungeines Ortes geben wir die Namen auf Polnisch beziehungsweise Ukrai-nisch als wissenschaftliche Transliteration wieder mit der damals üblichendeutschsprachigen Bezeichnung in Klammern. Da dies ein deutschspra-chiger Text ist und über eine historische Epoche spricht, wird in der Folgenur die( damals übliche) deutsche Schreibweise verwendet.