264
R
כ
E
N
Abb. 7: Schlussmontage in einem Urlaubsfilm am Bauernhof,Niederösterreich, privat, Konvolut 749, 749-001, 1976
ÖZV, LXXVII/ 126, 2023, Heft 2
Für die Analyse der Filme sind, wie einleitend erwähnt, diePersonen vor und hinter der Kamera wichtig. Bei der überwiegendenAnzahl der Konvolute sind in den uns überlieferten Daten Männerals Filmemacher genannt, was gleichzeitig bedeutet, dass Frauen undKinder häufiger im Bild zu sehen sind. Geschlechterhierarchien undsoziale Verortungen der beteiligten Personen müssten allerdingsnoch systematisch für die verschiedenen Bestände untersucht wer-den.22 Wie der Medienwissenschaftler Roger Odin beschreibt, gene-rieren Fotografien und Schmalfilme durch ihre Visualität eine spezi-fische Art von Erinnerungen, die innerhalb von Familien, aber auch
22
Historicizing Media and Communication Concepts of the Digital Age.Berlin, Boston u. a. 2021, S. 245-266. Siehe auch Monika Bernold:Filmische Repräsentationen und historische Medienkonstellationenvon/ in Niederösterreich. In: Kühschelm, Langthaler, Eminger( wieAnm. 18), S. 175-206.
Stefanie Zingl, Archivarin im Österreichischen Filmmuseum, hat sich inihrer Diplomarbeit u. a. mit Geschlechterverhältnissen bei den Kamera-leuten in Niederösterreich privat beschäftigt und einen Anteil von 7%Frauen an der Kamera festgestellt. Stefanie Zingl: 9.000 Meter retro-spektiv. Margret Veits Schmalfilmbiographie. Dipl., Wien 2015, S. 44.