Rudolf Jaworski, Der„, deutsche Dreifarb" als politisches Signal
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Aus dem reichhaltigen, überaus vielseitigen und keinesfallsnur politisch getrimmten Repertoire der Schulvereinskarten 15 sei hiereine farbige Grafik wiedergegeben, welche die Programmatik diesesVereins exakt ins Bild umgesetzt hat( Abb. 4). Darauf zu sehen isteine großflächige schwarz- rot- goldene Fahne, die von einer eisernenHand kampfentschlossen über einer sanften Flusslandschaft gehaltenwird. Ein kleiner Junge mit Schulranzen und ein Mädchen klammernsich hilfesuchend an das Ende der Fahnenstange. Dazu passte deram unteren Bildrand zitierte Reim:„ Dein Banner weht, dem Feindzum Trutz/ Der deutschen Jugend Schirm und Schutz!" Zusätzlicherscheint auf der linken Seite noch das Logo des Schulvereins miteinem schwarz- rot- goldenen Wappen, einer aufgehenden Sonne undeinem Eichenzweig eingeblendet.
Der Kronländer übergreifend operierende Wiener Schulver-ein blieb indes längst nicht die einzige Organisation, die Schwarz-Rot- Gold in ihrem Logo geführt hat. In der Folgezeit warben ebensoSchutzvereine mit regionalen Schwerpunktbildungen und Zustän-digkeiten, wie zum Beispiel der 1889 in Graz gegründete„ VereinSüdmark", der hauptsächlich für die Steiermark, Kärnten und Krainzuständig gewesen ist, oder die überaus aktiven Bünde der Deut-schen in den böhmischen Ländern, etwa der 1894 in Prag gegründete„ Bund der Deutschen in Böhmen“, mit dem deutschen Dreifarb fürihre Arbeit. 1903 kam noch der extrem nationalistisch ausgerichtete,, Bund der Deutschen in Niederösterreich“ hinzu, der von Georg vonSchönerer mit gegründet worden war, seinen Sitz in Wien hatte undvor allem der tschechischen Zuwanderung von Niederösterreich samtFolgeerscheinungen wie tschechischen Schulen und Bauernhöfen denKampf angesagt hatte. Alle diese im Vergleich zu dem nationallibe-ralen Schulverein ausgesprochen völkisch radikalen Organisationen,
15 Vgl. dazu Peter Krause: Bildpostkarten- Katalog. Schutzvereine und ver-wandte Organisationen. Wien 2006, S. 42–96.
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Vgl. dazu Barta, Bell( wie Anm. 14); Eduard Staudinger:„ Die Südmark“.In: Helmut Rumpler, Arnold Suppan( Hg.): Geschichte der Deutschen imBereich des heutigen Slowenien 1818-1941. Wien 1988, S. 130-154; undzum Folgenden Rudolf Jaworski: Nationale Botschaften im Postkarten-format. Aus dem Bildarsenal deutscher und tschechischer Schutzvereinevor 1914. In: Peter Haslinger( Hg.): Schutzvereine in Ostmitteleuropa.Marburg 2009, S. 142-144; Streitmann( wie Anm. 14), S. 198–215.