Rudolf Jaworski, Der„, deutsche Dreifarb" als politisches Signal
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Langfristig vermochte sich der„ deutsche Dreifarb" demnachnur in Deutschland wenngleich auch hier erst nach mehrfachenzeitlichen Unterbrechungen – als allgemeingültiges und bis zum heu-tigen Tage offiziell anerkanntes Kollektivsymbol durchsetzen. Beiden Deutschen in Österreich war Schwarz- Rot- Gold hingegen in derVergangenheit immer nur episodisch als eine Option in Erscheinunggetreten und musste selbst dann bis zum Ersten Weltkrieg stets mitdem kaiserlich- habsburgischen Schwarz- Gelb konkurrieren, um nachdem Ersten Weltkrieg endgültig den österreichischen StaatsfarbenRot- Weiß- Rot zu weichen.
Die vorliegende Studie möchte nun anhand ausgewählter zeit-genössischer Bildpostkarten einen kleinen Beitrag zur zweiten Kon-junktur des deutschen Dreifarbs in der Habsburgermonarchie und ihrerbislang noch wenig beachteten Wirkungsgeschichte leisten.³ Da es sichbei der Auswertung des hier interessierenden bildpublizistischen Quel-lenmaterials um eine erste Bestandsaufnahme handelt, bleiben behörd-liche Interventionen oder publizistische Gegenpositionen notwendi-gerweise ebenso unberücksichtigt wie das Echo, das solche visuellenSignale bei den nichtdeutschen Nationalitäten ausgelöst haben.
Vorab ist zu konstatieren, dass Schwarz- Rot- Gold auch inder zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis zum Ersten Welt-krieg weder in Deutschland noch in Österreich- Ungarn gänzlich vonder Bildfläche verschwunden war. Der großdeutsche Gedanke bliebvielmehr auch in der Folgezeit in beiden Reichen weiterhin leben-dig und mit ihm zugleich die Verwendung der Farben Schwarz,Rot und Gold. Organisatorische und publizistische Basis solcher
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Dementsprechend waren auch die Forschungen zu dieser Thematikbislang vornehmlich auf Deutschland konzentriert. Siehe aus der Fülleder Literatur Bernd Guben: Schwarz, Rot und Gold. Berlin 1991;Hattenhauer( wie Anm. 2); Rösgen( wie Anm. 2).
Siehe dazu u. a. Gustav Spann: Zur Geschichte von Flagge und Wappender Republik Österreich. In: Leser, Wagner( wie Anm. 5), S. 37–64.Sämtliche Bildbeispiele stammen aus dem Postkartenarchiv des Autorssowie aus der„, Sammlung Jaworski" im Bildarchiv des Herder- Instituts,Marburg.
Vgl. dazu Lothar Höbelt: Die Symbole des deutschnationalen Lagers.In: Leser, Wagner( wie Anm. 5), S. 193-204; Ingeborg Winkler: Diedeutschnationalen Bestrebungen und der Gedanke des Anschlusses derDeutschösterreicher an das Deutsche Reich 1870-1907. Unveröff. Diss.,Wien 1974; und in vergleichender sowie beziehungsgeschichtlicher