Christina Sterniša
Die Gärten Kaisarianis.
Erinnerungsrepertoires und-orte des Widerstands in Athen
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Der Beitrag beschäftigt sich mit der Erinnerungskultur des griechischenWiderstands. Anhand von Prosfygika( Пpooqvуiká) – ehemaligenFlüchtlingsbauten aus den 1930er Jahren, die bis heute bewohnt sind-sowie Skopeftirio( Eколεvýpιo) – einem Ort der Hinrichtung währendder Besatzungszeit und heutiger Park- werden generationenübergrei-fende Erinnerungsrepertoires sowie Aneignungen des urbanen Raumsdurch Gedenkpraxen in Kaisariani, Athen erläutert. Beide Erinne-rungsorte repräsentieren eine alternative Geschichtsschreibung, die aufdie Unterdrückung und Verfolgung griechischer Kommunist* innen undLinker während der Besatzungszeit und weit darüber hinaus hinweist.Sie kontrastieren Erinnerungsorte des Widerstands während der deut-schen Besatzung im„ roten“ Vorort Kaisariani mit weniger sichtbarenSpuren dieser Periode im Stadtzentrum Athens und deuten ebensodaraufhin, was weniger erinnert wird – der folgende Bürgerkrieg.
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Στους κήπους της Καισαριανής
σ' έβγαζα για σεργιάνι,όμως μας χώρισε η ζωήνύχτα στον Μακρυγιάννη.
In den Gärten von Kaisarianiging ich mit dir spazierendoch das Leben hat uns getrenntin der Nacht in der Straße vonMakrigianni
Diese Zeilen aus Sotiria Bellous Lied Die Gärten Kaisarianis¹ lassenmich an Spaziergänge sowie Walk Alongs² denken, die ich selbst in
1 Sotiria Bellou: Kaisariani( Καισαριανή). Album: Λαϊκά προάστια
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( AYPA, 1980).
Margarethe Kusenbach: Street Phenomenology. The Go- along asEthnographic Research Tool. In: Ethnography, 4( 3), 2003, S. 455-485.