Oliwia Murawska, Wovon ein kaschubisches Ding erzählt
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dwelling" 25 vorwegnehmend- in ihren Arbeiten verstoffwechselten:Izydor besang die Landschaft in seinen Texten, während Teodorasie in Gemälden, Zeichnungen und Stickereien materialisierte:„ Ummeine auf die Wiederbelebung kaschubischer Bauernstickereiengerichteten Bestrebungen zu verstehen“, schreibt sie,„ muß man mirschon in meinen einsamen Waldwinkel folgen.“ 26 Ein sprachlich bein-druckendes Stimmungsbild kaschubischer Landschaft stellt Izydor anden Anfang seiner volkskundlichen Monografie zur Kaschubei: Erschwärmt von der„ wunderbaren Farbenstimmung“, vom„ Farben-reichtum“, von der„ Farbsymphonie“ 27 und betont, dass das kaschubi-sche Volk eine starke Vorliebe für bunte und leuchtende Farben habe,was sich an den Verzierungen seiner Truhen, Möbel oder Teller zeige.Die Ornamente, die er als„ wandernde Gesellen“ 28 bezeichnet, seien,so Gulgowski, weder slawischen noch germanischen, sondern schlichtbäuerlichen Ursprungs.
Die landschaftliche Farbenstimmung und die Vorlieben derKaschub* innen hat Teodora in ihren schlichten, bewusst ländlichgehaltenen Mustern einzufangen vermocht, und traf damit zuvör-derst auch den Geschmack ihrer städtischen Kund* innen sowie diein ganz Europa verbreitete Mode für Ländliches. Zweifellos hattesie neben dem dekorativen auch den kommerziellen Nutzen im Blickund erzielte mit ihren Stickereien europaweit auf VolkskunstmessenErfolge. Damit trug sie entscheidend zur Etablierung und Diffusioneines bis heute als kaschubisch identifizierbaren Formenschatzes bei.Mithin kommt in Teodoras Stickerei- Mustern ihre Grenzraum- Bio-grafie zum Ausdruck: Nicht nur lassen sich die Muster als deutsch-polnisch- kaschubische Assemblagen charakterisieren, vielmehrmaterialisieren sich in ihnen auch Teodoras Kontakte zur deutschenHeimatbewegung, deren reformistische Ideen zur Revitalisierungdes Hausfleißes sie in der Kaschubei zu implementieren suchte. IhrVorhaben weckte daher auch Befindlichkeiten unter den pro- polni-schen Aktivist* innen der kaschubischen Regionalbewegung, und es
25 Tim Ingold: The Perception of Environment. Essays on Livelihood,Dwelling and Skill. London 2011, S. 26.
26 Seefried- Gulgowski( wie Anm. 24), S. 143f.
27
Ebd., S. 37.
28
Ebd., S. 140.