Editorial Heft 1/2023
Wie bereits im letzten Heft dargestellt, stehen im Fach ebenso wiein den damit verbundenen Institutionen und Vereinigungen Ände-rungen und Weiterentwicklungen an. Das macht sich auch im Vereinfür Volkskunde, der nicht nur das Volkskundemuseum Wien trägt,sondern auch die Österreichische Zeitschrift für Volkskunde herausgibt,bemerkbar. Dem Verein stehen in den nächsten Jahren große Heraus-forderungen ins Haus – das Gartenpalais Schönborn, in welchem sichdas Volkskundemuseum Wien befindet, wird saniert und umgebaut.Das gibt die Möglichkeit, sich nicht nur räumlich zu verändern, son-dern sich auch inhaltlich neu zu orientieren.
Anpassungen und Klärungen sollen auch die ÖZV sukzes-sive voranbringen: Das Heft 1/2023 enthält wieder einige Neuerun-gen wir haben die Rubriken angepasst, um die Inhalte und Text-intentionen noch übersichtlicher zu präsentieren. Wichtiger noch:Wir reagieren damit auf Entwicklungen ethnografisch- kulturwissen-schaftlicher Schreibpraxis, sowohl im universitären Kontext als auchim Museumsfeld. Die erste Rubrik lautet nun„ Abhandlungen undEssays". Klassische wissenschaftlich- akademische„ Abhandlungen“mit dem bewährten doppelblinden Gutachten- Verfahren, wie sie imWissenschaftsbetrieb üblich und auch gefordert sind, sind weiterhinmöglich und sehr willkommen. Mit der Erweiterung„ Essays" ladenwir ein, wissenschaftliche Argumentationsgänge und Reflexionenin anderen, gerne auch experimentellen Formaten ethnografischenSchreibens oder künstlerischer Visualisierung durchzuspielen. DieseBeiträge können knapper ausfallen. In dieser Rubrik können auchgeplante oder bereits abgeschlossene Projekte aus Sicht der Wissen-schafter* innen, Kurator* innen und anderen Organisierenden vorge-stellt oder reflektierend eingeordnet werden. Auf besonderen Wunschist auch hier ein Peer- Review möglich. Die zweite Rubrik trägt denTitel„ Berichte und Besprechungen“. Diese Beiträge sind prinzipielldeskriptiv, hier werden Tagungen und Berichte über Ausstellungenund Projekte sowie Rezensionen zusammengefasst.
Die Österreichische Zeitschrift für Volkskunde steht damit kei-neswegs alleine da: Auch die Zeitschrift für Empirische Kulturwissen-schaft( ehemals Zeitschrift für Volkskunde) und andere internationaleFachzeitschriften integrieren nun neue Textformate.